Glencore wollte seine ehemalige Logistiksparte günstig zurückholen. Ein niederländisches Gericht stoppte diesen Plan nun kurz vor dem Ziel. Die Aktie klettert am Dienstag dennoch deutlich nach oben.
Gericht verlangt öffentliche Auktion
Das Amsterdamer Bezirksgericht wies den Antrag von Glencore zurück. Der Konzern wollte Anteile der Access World Group privat an die eigene Tochter Tironimus übertragen. Die Richter sehen darin einen klaren Interessenkonflikt.
Der Streit hat eine lange Vorgeschichte. Glencore verkaufte Access World 2022 für rund 177 Millionen US-Dollar. Da der Käufer ein Millionendarlehen nicht bediente, wollte Glencore die Sparte nun für einen Bruchteil zurückkaufen. Nun muss sich der Rohstoffriese einer öffentlichen Versteigerung stellen.
Santander setzt auf Kupfer-Boom
Die juristische Niederlage belastet den Kurs kaum. Parallel dazu startete die Großbank Santander die Beobachtung des Sektors. Die Analysten stufen Glencore mit „Outperform“ ein.
Die Experten setzen auf den strukturellen Wandel der Branche. Vor allem bei Kupfer erwarten sie bis 2030 ein massives Defizit. Davon dürfte Glencore als diversifizierter Produzent besonders profitieren.
Marktkapitalisierung erreicht 70 Milliarden Euro
Die Aktie reagiert positiv auf die Analystenstimmen. Das Papier stieg am Dienstag um 3,64 Prozent auf 6,26 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Plus damit auf fast 32 Prozent.
Bis zum Rekordhoch vom Juni bei 7,20 Euro fehlt noch ein Stück. Der Kurs notiert jedoch deutlich über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 5,51 Euro. Mit einem RSI von 52,1 gilt der Titel aktuell als neutral bewertet.
Das operative Geschäft mit Kupfer und Kohle gibt derzeit den Takt vor. Der Ausgang der geplanten Auktion für Access World dürfte das Gesamtbild kaum verändern. Die Prognosen der Analysten bleiben optimistisch: Steigende Rohstoffpreise stützen das fundamentale Szenario.
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