Global X Copper Miners ETF: Freeport verliert 7 Prozent

Symbolbild, KI-generiert

Die offene US-Zollpolitik belastet Kupferpreise und Minenwerte, während Importabhängigkeit, knappe Angebote und langfristige Nachfrage bestehen bleiben.

Auf einen Blick:
  • US-Zollentscheidung für Kupfer bleibt offen
  • Freeport-McMoRan verliert rund sieben Prozent
  • US-Produktion seit 2015 um 20 Prozent gesunken
  • Neue Minen benötigen 16 bis 17 Jahre

Die politische Ungewissheit über künftige US-Einfuhrzölle auf raffiniertes Kupfer hat am Freitag eine deutliche Korrektur im Bergbausektor ausgelöst. Nachdem Berichte laut wurden, wonach das Weiße Haus eine Entscheidung über die geplante Zollpolitik vertagt hat, gerieten die Notierungen für das Industriemetall und die Aktien führender Minenbetreiber unter erheblichen Abgabedruck.

Investoren reagierten damit auf die Sorge, dass eine Verzögerung der protektionistischen Maßnahmen die inländischen Investitionsanreize schwächt, während gleichzeitig die hohen Fertigungskosten die US-Regierung vor den anstehenden Midterm-Wahlen im November unter Druck setzen.

Zoll-Vakuum drückt Minenwerte ins Minus

Medienberichten zufolge hat die US-Administration bislang keine finale Entscheidung über Zölle auf Raffineriekupfer getroffen. Das Ausbleiben einer klaren Linie sorgt für Unruhe, da Marktteilnehmer ursprünglich mit einer raschen Umsetzung gerechnet hatten, um die Abhängigkeit von Importen zu verringern. In der Folge verzeichneten die Rohstoffbörsen herbe Verluste: Der Kupferpreis an der London Metal Exchange (LME) und an der Comex gab spürbar nach, nachdem er erst kürzlich neue Rekordmarken erreicht hatte. So rutschten die LME-Benchmark-Futures heute zeitweise auf rund 14.238 US-Dollar pro Tonne ab, was einen Rückzug vom Rekordhoch bei über 14.858 US-Dollar bedeutet.

Die Kursverluste bei den großen Branchenvertretern fielen gestern teils massiv aus. Die Papiere von Freeport-McMoRan büßten rund sieben Prozent ein, während auch Konzerne wie Rio Tinto und BHP deutliche Rücksetzer hinnehmen mussten.

Besonders hart traf es zudem Unternehmen wie Teck Resources oder First Quantum Minerals, die am Donnerstag Verluste von über sieben Prozent verzeichneten. Analysten von Goldman Sachs bewerteten den Kurssturz bei Freeport-McMoRan unterdessen als Chance und bezeichneten die Aktie nach dem Rückgang als attraktiv bewertet.

Versorgungslücke trifft auf wachsende Industrie-Nachfrage

Die strategische Bedeutung von Kupfer für die US-Wirtschaft ist immens, doch die inländische Produktion hinkt dem Bedarf weit hinterher. Nach Angaben des United States Geological Survey (USGS) ist die Produktion von raffiniertem Kupfer in den USA seit 2015 um etwa 20 Prozent gesunken, während die Importe im gleichen Zeitraum um das 16-fache gestiegen sind. Derzeit betreiben lediglich zwei Unternehmen — Rio Tinto mit der Kennecott-Mine und Freeport-McMoRan in Miami — Kupferschmelzen in den Vereinigten Staaten. Etwa die Hälfte des Bedarfs an raffiniertem Kupfer muss über Importe gedeckt werden.

Die Skepsis in Washington rührt vor allem von den potenziellen Auswirkungen auf die Endverbraucherpreise her. Höhere Metallpreise würden die Kosten für die Fertigung in Branchen wie dem Bauwesen, der Elektronik und der Verteidigung in die Höhe treiben.

Daten der Internationalen Energieagentur (IEA) verdeutlichen diesen Zusammenhang: Rund 74 Prozent der Nachfrage nach Schlüsselmineralien wie Kupfer entfielen zuletzt nicht auf den Sektor der sauberen Energien, sondern auf klassische Industriebereiche. Allein das Bauwesen zeichnet weltweit für etwa 30 Prozent der Kupfernachfrage verantwortlich.

Langfristiger Optimismus trotz kurzfristiger Volatilität

Trotz der aktuellen Kurskapriolen bleibt die Stimmung in der Branche für die kommenden Jahre grundsätzlich positiv. Auf der Jefferies Industrials Conference in New York äußerten sich zahlreiche Vertreter von Bergbau- und Stahlfirmen optimistisch hinsichtlich der langfristigen Nachfrageentwicklung. Treiber sind hierbei vor allem die globale Elektrifizierung und der massive Ausbau von Rechenzentren für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz. Schätzungen zufolge benötigt ein konventionelles Rechenzentrum zwischen 5.000 und 15.000 Tonnen Kupfer, während Hyperscale-Anlagen bis zu 50.000 Tonnen verschlingen können.

Die Angebotsseite bleibt derweil angespannt. Die Erschließung neuer Minenprojekte nimmt oft 16 bis 17 Jahre in Anspruch, was kurzfristige Produktionssteigerungen nahezu unmöglich macht.

Während Experten der Macquarie-Bank mittelfristig einen Preisboden beim Kupfer sehen, warnen Analysten von BMI davor, dass die jüngste Rallye zeitweise über die fundamentalen Daten hinausgeschossen sein könnte. Für Anleger bleibt die Situation dynamisch, da die Kombination aus politischer Unsicherheit und strukturellem Angebotsmangel die Volatilität im Sektor vorerst hoch halten dürfte.

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