Vattenfall baut in Brunsbüttel einen der größten Batteriespeicher Deutschlands und holt dafür Fluence Energy an Bord. Der Vertrag umfasst die schlüsselfertige Lieferung der Anlage und langfristige Serviceleistungen. Für den US-Speicherspezialisten ist es ein Prestigeprojekt im wichtigsten Batteriemarkt Europas.
Ein Speicher am Standort eines Kernkraftwerks
Die Anlage soll 254 Megawatt leisten und mehr als 1.000 Megawattstunden speichern. Sie entsteht auf dem Gelände des Kernkraftwerks Brunsbüttel, das derzeit zurückgebaut wird. Für Vattenfall ist es das bislang größte Batterieprojekt. Die bestehende Speicherkapazität des Konzerns würde sich damit nahezu verdoppeln.
Technisch setzt Vattenfall auf die Plattform Gridstack Pro 5000. Sie bündelt Batteriesysteme, Leistungselektronik und ein Energiemanagementsystem und ist auf eine Entladedauer von rund vier Stunden ausgelegt. Fluence verantwortet Planung, Beschaffung, Bau, Inbetriebnahme und den späteren Service.
Der Zeitplan ist lang. Die Bauarbeiten sollen 2027 beginnen, die Inbetriebnahme samt Anschluss ans 380-Kilowatt-… genauer: ans 380-kV-Netz von 50Hertz ist für Ende 2028 vorgesehen. Umsatzbeiträge dürften sich entsprechend über mehrere Jahre verteilen. Finanzielle Details nennen die Partner nicht.
Eine gewachsene Partnerschaft
Fluence und Vattenfall arbeiten bereits länger zusammen. Der neue Auftrag ist nach Unternehmensangaben das achte gemeinsame Batterieprojekt in drei europäischen Ländern. In Deutschland hat Fluence nach eigenen Angaben schon mehr als 20 Speicherprojekte realisiert.
Das Marktumfeld spielt dem Unternehmen in die Karten. Deutschland war 2025 mit einem Zubau von 6,6 Gigawattstunden Europas größter Batteriespeichermarkt. Treiber sind der Ausbau von Wind- und Solarkraft, schwankende Strompreise und sinkende Technologiekosten. Speicherbetreiber können zudem Erlöse aus Energiehandel und Netzdienstleistungen kombinieren.
Allein dieses Projekt entspricht damit rund 15 Prozent des gesamten deutschen Jahreszubaus von 2025. Das zeigt die Dimension, auch wenn der Auftrag erst in zwei Jahren ans Netz gehen soll.
Der Auftrag kommt für Fluence zu einem Zeitpunkt, an dem die Aktie zuletzt vor allem durch Rechtsstreitigkeiten und Führungswechsel Schlagzeilen machte. Ein namhafter Kunde und ein Projekt dieser Größe liefern nun ein operatives Gegengewicht. Für die weitere Einordnung sind der Baubeginn 2027 und die Fertigstellung Ende 2028 die nächsten greifbaren Meilensteine.
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