FirstEnergy baut sein Führungsteam für die Kraftwerksplanung aus – und das just in dem Moment, in dem eines der größten Projekte der Unternehmensgeschichte vor der entscheidenden Genehmigungsphase steht. Jon Dormo übernimmt als neuer Vice President of Generation Project Development die Verantwortung für die Entwicklung neuer Stromerzeugungskapazitäten. Der Zeitpunkt der Personalie ist kein Zufall.
Dormo bringt fast zwei Jahrzehnte Erfahrung aus der Energiebranche mit. Zuletzt leitete er bei American Electric Power als Managing Director das Ausbauprogramm für neue Kraftwerkskapazitäten – inklusive Standortwahl und Bauüberwachung. Bei FirstEnergy berichtet er künftig an Chris Beam, Präsident der Regionen West Virginia und Maryland, und soll gemeinsam mit Kommunen, Regulierungsbehörden und internen Teams neue Erzeugungsprojekte vorantreiben.
Maidsville als Testfall
Der eigentliche Grund für die Aufwertung dieser Position dürfte das geplante Maidsville Energy Center sein. Die FirstEnergy-Töchter Mon Power und Potomac Edison haben bei der Public Service Commission of West Virginia die Genehmigung für ein kombiniertes Gaskraftwerk mit 1.200 Megawatt Leistung beantragt, nahe dem bestehenden Fort Martin Power Station gelegen. Hinzu kommt ein Solarpaket mit 70 Megawatt Kapazität in den Countys Preston, Hancock und Tucker.
Eine Entscheidung der Behörde wird noch in diesem Jahr erwartet. Die bestehenden Kraftwerke Fort Martin und Harrison sollen laut dem Integrated Resource Plan des Unternehmens weiter am Netz bleiben – Maidsville kommt also als Ergänzung, nicht als Ersatz. Der Hintergrund ist bekannt: Die Stromnachfrage in FirstEnergys Versorgungsgebiet wächst schneller als in den Vorjahren, ein Trend, der maßgeblich mit dem Ausbau von Rechenzentren zusammenhängt.
Mit Dormo holt sich das Unternehmen also gezielt Expertise für komplexe Großprojekte ins Haus – von der Standortfrage über Genehmigungsverfahren bis zur Verhandlung von Bau- und Ingenieurverträgen. Die Personalie allein bewegt den Kurs nicht, sie ist aber ein Signal dafür, wie ernst FirstEnergy die eigene Wachstumsstrategie bei der Stromerzeugung nimmt.
Die Entscheidung der Regulierungsbehörde in West Virginia bleibt der nächste konkrete Termin, an dem sich zeigt, ob das Maidsville-Projekt wie geplant vorankommt. Bis dahin bündelt FirstEnergy mit der neuen Position die operative Verantwortung für seine Erzeugungspipeline in einer Hand.
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