First Majestic Silver Aktie: Steuerstreit mit Mexiko beigelegt

Symbolbild, KI-generiert

Der Silberproduzent meldete Fortschritte im mexikanischen Steuerstreit und startete ein Rückkaufprogramm, während der Edelmetallmarkt unter Druck stand.

Auf einen Blick:
  • Aktie verlor 6,3 Prozent
  • Rahmen für Steuerstreit vereinbart
  • Schiedsverfahren bis Jahresende ausgesetzt
  • Rückkauf von bis zu zehn Millionen Aktien

Die Nervosität an den Edelmetallmärkten hat First Majestic Silver mit voller Wucht erfasst. Gestern verlor das Papier 6,3 Prozent und ging bei 13,66 Euro aus dem Handel.

Für mich zeigt diese Abwärtsdynamik vor allem eines: Wenn makroökonomische Sorgen die Rohstoffmärkte dominieren, geraten selbst fundamentale Fortschritte schnell ins Hintertreffen. Anleger sollten den jüngsten Kursrutsch jedoch differenziert betrachten, denn die Gemengelage ist keineswegs rein negativ.

Makroökonomischer Druck belastet den Sektor

Auslöser des jüngsten Rücksetzers war nicht etwa eine unternehmensspezifische Hiobsbotschaft, sondern das übergeordnete Marktumfeld. Laut Reuters sorgten unerwartet heiße US-Inflationsdaten für neue Befürchtungen hinsichtlich weiterer Zinsschritte der US-Notenbank Federal Reserve.

In der Folge gerieten die Notierungen der Edelmetalle unter spürbaren Verkaufsdruck. Wenn Silber futuresweit nachgibt, reagieren die Aktien der Minenbetreiber traditionell mit überproportionalen Ausschlägen.

Dieser Hebeleffekt nach unten traf First Majestic empfindlich. Der Kurs liegt damit inzwischen 22 Prozent unter seinem 200-Tage-Durchschnitt. Für mich ist das ein klares Indiz dafür, dass kurzfristig orientierte Marktteilnehmer pauschal Risiken abbauen.

Die Furcht vor längerfristig hohen Zinsen lastet schwer auf zinslosen Sachwerten wie Gold und Silber. Wer jedoch nur auf das Zinsgespenst starrt, übersieht leicht, was sich operativ und juristisch bei dem Konzern getan hat.

Wichtige Annäherung im mexikanischen Steuerstreit

Denn abseits der allgemeinen Rohstoffdelle konnte das Unternehmen am Dienstag einen beachtlichen Teilerfolg vermelden. First Majestic hat sich mit der Regierung von Mexiko grundsätzlich auf einen Rahmen zur Beilegung des langwierigen Steuerstreits um die Tochtergesellschaft Primero Empresa Minera geeinigt. Das zuständige Tribunal setzte das laufende NAFTA-Schiedsverfahren vorläufig bis zum 31. Dezember 2026 aus.

Beide Seiten wollen diesen Zeitraum nutzen, um die Einigung final auszuarbeiten und umzusetzen. Aus Unternehmenssicht herrscht Zuversicht, diesen jahrelangen Unsicherheitsfaktor bis zum Jahresende vollständig aus der Welt zu schaffen.

Meiner Ansicht nach ist dieser Durchbruch kaum zu überschätzen. Der schwelende Streit mit den mexikanischen Steuerbehörden wirkte wie ein dauerhafter Bewertungsabschlag auf den Titel. Fällt dieser Klotz am Bein tatsächlich weg, dürfte dies die Risikoprämie der Aktie spürbar verringern.

Aktienrückkauf und Blick nach vorn

Gleichzeitig sendet das Management ein deutliches Signal des Vertrauens in die eigene Bilanz. Mit Beginn am gestrigen Mittwoch, dem 14. Oktober, startete ein neues Aktienrückkaufprogramm.

Innerhalb einer zwölfmonatigen Spanne ist das Unternehmen ermächtigt, bis zu 10.000.000 Stammaktien über den Markt zurückzuerwerben. Dass das Management gerade jetzt eigene Anteile einzieht, spricht für die Überzeugung, dass der Markt den Wert des Minenbetreibers zu niedrig ansetzt.

Zwar dämpfte eine Arbeitsniederlegung bei First Majestic Silver (vor rund einem Monat) im dritten Quartal die Förderung auf der Mine San Dimas für zwölf Tage. Dennoch erreichte die Silberförderung bereits 72 Prozent des Mittelwerts der revidierten Jahresprognose. Für Anleger liefert die für den 5. November angekündigte Telefonkonferenz zu den Ergebnissen des dritten Quartals die nächste wichtige Orientierungsmarke.

Unterm Strich hat der jüngste Kursrutsch das Papier charttechnisch zwar weiter beschädigt. Doch die Kombination aus einer absehbaren Lösung des Mexiko-Konflikts und dem laufenden Aktienrückkaufprogramm bildet ein solides Gegengewicht zum makroökonomischen Gegenwind. Sollten sich die Edelmetallpreise stabilisieren, überwiegen für mich mittelfristig die Erholungschancen.

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