Wells Fargo dreht bei Exxon Mobil die Richtung: Das Analysehaus senkt die Einstufung auf „Equal Weight“ und belässt das Kursziel bei 182 Dollar. Das entspricht rund zehn Prozent Aufwärtspotenzial. Zugleich rückt ein Gerichtstermin näher, der für den Konzern deutlich weiter reicht als jede Analystenstudie.
Wells Fargo bevorzugt BP
Die Herabstufung ist keine Absage an das Geschäft. Exxon könne von starken Marktbedingungen und solider Umsetzung in allen Segmenten profitieren, so die Einschätzung. BP biete aus Sicht der Analysten allerdings mehr Spielraum nach oben.
Wells Fargo hob BP auf „Overweight“ und das Kursziel auf 57 Dollar. Als Gründe nennt Analyst Sam Margolin den Fortschritt beim Schuldenabbau und mehr Flexibilität für Projekte in Brasilien, im Irak und in den USA. Für Exxon heißt das: Der Konzern bleibt solide bewertet, verliert in diesem Vergleich aber an Attraktivität. Die Aktie schloss zuletzt bei 162,75 Dollar, vorbörslich lag sie leicht darunter.
Klimaklage vor dem Supreme Court
Am kommenden Montag verhandelt der US Supreme Court einen Fall, der für die gesamte Branche Gewicht hat. Exxon und Suncor wollen eine Klage der Stadt und des Countys Boulder in Colorado abwehren.
Die Kläger werfen den Konzernen vor, die Öffentlichkeit über die Klimafolgen fossiler Brennstoffe getäuscht zu haben. Sie fordern Schadenersatz in unbezifferter Höhe, unter anderem für Infrastruktur, Umweltschäden und Gesundheitskosten. Die Unternehmen weisen das Fehlverhalten zurück.
Der Streit geht über Boulder hinaus. Nach Angaben der Konzerne laufen bereits knapp 60 ähnliche Verfahren von Bundesstaaten und Kommunen, die zusammen Milliarden fordern. Ein Sieg vor dem obersten Gericht könnte viele davon zu Fall bringen. Die Regierung von Präsident Donald Trump stützt die Position der Unternehmen und argumentiert, Bundesrecht schließe Boulders Ansprüche aus.
Die Branche hat vor dem Gericht in den vergangenen zwei Jahrzehnten überwiegend gewonnen. Ein Rückschlag war 2007 das Urteil, wonach Treibhausgase unter den Clean Air Act fallen. Richter Samuel Alito beteiligt sich am aktuellen Verfahren nicht.
Die Verhandlung am Montag eröffnet die neue neunmonatige Sitzungsperiode des Gerichts. Ein Urteil wird erst im Verlauf dieser Periode erwartet. Bis dahin bleibt es ein Haftungsrisiko, das die Konzerne in Milliardenhöhe beziffern.
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