Exxon Mobil Aktie: JPMorgan senkt auf 158 Dollar

Mehrere Großbanken reduzieren die Kursziele für Exxon Mobil, obwohl die Aktie zuletzt zulegte und die Gewinnprognose solide ausfällt.

Auf einen Blick:
  • Aktie legt 5 Prozent zu
  • JPMorgan, Citi und Co. senken Ziele
  • Gewinnprognose bleibt hinter Erwartungen
  • Ölpreis steigt durch Nahost-Konflikt

Exxon Mobil schießt nach oben, doch Wall-Street-Analysten drücken gleichzeitig auf die Bremse. Die Aktie hat in den vergangenen sieben Handelstagen 5,09 Prozent zugelegt und schloss am Donnerstag bei 145,95 US-Dollar. Ausgerechnet jetzt senken mehrere große Banken ihre Kursziele. Der Grund ist eine Gewinnvorschau, die zwar stark ausfällt, aber offenbar nicht stark genug für die bisherigen Erwartungen.

Gewinnvorschau löst Zielkorrekturen aus

Exxon Mobil hat vorab eine Gewinnprognose veröffentlicht. Steigende Rohölpreise heben das Upstream-Ergebnis im zweiten Quartal 2026 um 3,5 bis 3,9 Milliarden Dollar gegenüber dem Vorquartal an. Das Gasgeschäft bleibt dabei nahezu neutral, mit möglichen Schwankungen von etwa 200 Millionen Dollar in beide Richtungen. Diese Mitteilung hat eine Welle von Kurszielsenkungen ausgelöst – die Einstufungen selbst blieben aber meist unverändert.

  • JPMorgan senkt das Kursziel von 173 auf 158 Dollar, behält aber „Overweight“ bei und sieht den angepassten Gewinn je Aktie weiter über dem Konsens.
  • TD Cowen kürzt von 172 auf 155 Dollar, bleibt bei „Buy“ und bevorzugt vor den Zahlen die Konkurrenten Shell, Chevron und TotalEnergies.
  • Citi reduziert das Ziel von 175 auf 155 Dollar und bleibt bei „Neutral“. Die Bank hebt die Q2-Gewinnschätzung um 7 Prozent an, senkt aber die Cashflow-Prognose für 2026 um 4 Prozent.
  • Mizuho stutzt das Ziel von 175 auf 170 Dollar bei „Neutral“.
  • Goldman Sachs bestätigt laut Analyst Neil Mehta ein „Hold“-Rating mit einem Kursziel von 157 Dollar.

Auffällig: Trotz der Kürzungen liegen alle genannten Ziele deutlich über dem aktuellen Kurs von 145,95 Dollar.

Nahost-Konflikt treibt den Ölpreis

Der Konflikt zwischen den USA und Iran treibt die Preise. Tanker weichen der Straße von Hormus aus, Brent und WTI legten jeweils um mehr als 4 Prozent zu. Diese Entwicklung schlägt sich unmittelbar in Exxons Zahlen nieder. Die Preise bleiben erhöht, wenn auch am Donnerstag angesichts anhaltender Unsicherheit über Lieferunterbrechungen leicht rückläufig.

Die OPEC blickt trotz der geopolitischen Prämie vorsichtiger auf die Nachfrage. Die Organisation senkte ihre Wachstumsprognose für 2026 im Juli erneut, um rund 200.000 Barrel pro Tag auf etwa 800.000 Barrel pro Tag. Für 2027 rechnet die OPEC dagegen mit höherer Nachfrage – ein Hinweis darauf, dass sich der Verbrauch normalisieren dürfte, sobald der Konflikt abklingt.

Rating bleibt positiv trotz Kürzungen

Die Grundhaltung der Analysten hat sich trotz der Zielsenkungen nicht gedreht. Exxon Mobil gilt weiterhin überwiegend als „Overweight“. Die durchschnittlichen Kursziele liegen im hohen 160er-Bereich, die Aktie selbst notiert im niedrigen 140er-Bereich. Analysten justieren offenbar ihre Modelle, ohne an der grundsätzlichen Investmentthese zu zweifeln.

Der RSI von 61,3 zeigt, dass noch Spielraum besteht, bevor die Aktie als überkauft gilt.

Exxon Mobil legt die vollständigen Zahlen zum zweiten Quartal Ende Juli vor. Dieser Bericht zeigt, ob der angekündigte Gewinnschub aus dem Upstream-Geschäft trägt. Er muss Ergebnisse liefern, die Kursziele zwischen 155 und 170 Dollar rechtfertigen.

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