European Lithium Aktie: 835 Millionen Dollar für Critical-Metals-Deal

Critical Metals übernimmt European Lithium per Aktientausch. Ziel ist die volle Kontrolle über Rohstoffprojekte in Grönland und Österreich.

Auf einen Blick:
  • Reiner Aktientausch vereinbart
  • Kontrolle über Tanbreez-Projekt angestrebt
  • Wolfsberg-Projekt in Österreich integriert
  • Abschluss in zweiter Jahreshälfte erwartet

European Lithium steht vor einem klaren Schnitt. Critical Metals will das Unternehmen in einem reinen Aktientausch übernehmen und damit die eigene Kontrolle über wichtige Rohstoffprojekte ausbauen. Im Kern geht es um seltene Erden in Grönland, Lithium in Europa und eine prall gefüllte Kasse.

Der Deal ist verbindlich vereinbart, aber noch nicht vollzogen. Zustimmung der Aktionäre, Gerichte und Behörden stehen aus. Genau diese Hürden machen die nächsten Monate für die Aktie wichtig.

Critical Metals greift nach Kontrolle

Die Vereinbarung wurde am 18. Mai 2026 geschlossen. European-Lithium-Aktionäre sollen je Aktie 0,035 Aktien von Critical Metals erhalten. Auf Basis des unbeeinflussten Schlusskurses von Critical Metals wurde die Transaktion mit rund 835 Millionen US-Dollar bewertet.

Umgerechnet entspricht das einem Wert von 0,58 australischen Dollar je European-Lithium-Aktie. Grundlage war der Schlusskurs vom 22. April 2026. Die Struktur läuft über zwei miteinander verknüpfte australische Scheme-of-Arrangement-Verfahren.

Strategisch ist der Schritt leicht zu erklären. Critical Metals will das Tanbreez-Projekt für seltene Erden in Grönland vollständig kontrollieren. European Lithium hält dort bisher 7,5 Prozent.

Hinzu kommt die Finanzkraft. European Lithium verfügte Ende März über liquide Mittel von rund 306 Millionen australischen Dollar, umgerechnet etwa 219 Millionen US-Dollar. Dieses Geld würde die Bilanz von Critical Metals deutlich stärken.

Ein weiterer Punkt ist die Aktionärsstruktur. European Lithium hält bereits eine große Beteiligung an Critical Metals. Durch die Transaktion soll diese Kreuzbeteiligung bereinigt werden, was Streubesitz und Handelbarkeit der Critical-Metals-Aktie verbessern könnte.

Aktie konsolidiert nach starkem Lauf

Am Markt lief die Reaktion zuletzt eher kontrolliert ab. Die European-Lithium-Aktie schloss am 22. Mai bei 0,2715 Euro und lag damit leicht im Plus. Der Tagesgewinn betrug 0,18 Prozent.

Auf Tradegate sah das Bild schwächer aus. Dort lag der Schlusskurs bei 0,267 Euro, ein Minus von 1,84 Prozent. Die Aktie bewegte sich damit seitwärts, obwohl die langfristige Performance weiter auffällt.

In den vergangenen drei Monaten legte der Titel um 81,36 Prozent zu. Auf Jahressicht steht sogar ein Plus von 104,17 Prozent. Kein Wunder, dass die Diskussionen rund um die Aktie hoch bleiben.

Das öffentliche Interesse ist messbar. In einschlägigen Online-Foren summieren sich mehr als 42.700 Beiträge und über 5 Millionen Aufrufe. Die Übernahme liefert nun einen konkreten Anlass, die Bewertung neu einzuordnen.

Wolfsberg ergänzt Tanbreez

European Lithium bringt neben der Tanbreez-Beteiligung vor allem das Wolfsberg-Projekt in Österreich ein. Es zählt zu den weiter fortgeschrittenen Lithiumprojekten in Europa. Für Critical Metals würde das Portfolio damit breiter werden.

Der Zeitpunkt passt zum politischen Rückenwind. Die EU will mit dem Critical Raw Materials Act heimische Lieferketten für batteriefähige Rohstoffe stärken. Wolfsberg passt in diese Strategie, weil Europa seine Abhängigkeit von Importen verringern will.

Auch global bleibt der Druck hoch. Die Nachfrage nach Lithium dürfte bis 2030 auf 2,5 bis 3,3 Millionen Tonnen Lithiumcarbonat-Äquivalent steigen. Treiber bleibt vor allem der Ausbau der Elektromobilität.

China liefert dafür bereits einen Vorgeschmack. Ende 2025 erreichte die Marktdurchdringung sogenannter New Energy Vehicles dort 52,3 Prozent. Wer Rohstoffzugang kontrolliert, gewinnt damit strategisches Gewicht.

Andere Akteure bewegen sich ebenfalls. China Union Holdings arbeitet am Erwerb des argentinischen Arizaro-Lithiumprojekts für 175 Millionen US-Dollar. In den USA soll das Programm „Project Vault“ mit 12 Milliarden US-Dollar eine strategische Mineralreserve aufbauen.

Die nächsten Fixpunkte sind klar: Im dritten Quartal 2026 soll die Aktionärsversammlung zum Scheme stattfinden, der Abschluss wird in der zweiten Jahreshälfte angestrebt. Bis dahin hängt die Story weniger am Tageskurs als an der Frage, ob Critical Metals die juristischen und regulatorischen Bedingungen sauber durchbringt.

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