European Lithium Aktie: 0,035 Critical-Metals-Aktien je Aktie

European Lithium-Aktie steigt um 9,11 Prozent auf 0,1916 Euro. Die geplante Übernahme durch Critical Metals Corp nähert sich ihrer entscheidenden Phase.

Auf einen Blick:
  • Aktie legt um 9,11 Prozent zu
  • Fusion mit Critical Metals schreitet voran
  • Aktionäre erhalten 0,035 Critical-Metals-Aktien
  • Wolfsberg-Genehmigung bleibt Risikofaktor

Die Aktie von European Lithium hat am Freitag kräftig zugelegt und schloss bei 0,1916 Euro – ein Plus von 9,11 Prozent auf Tagesbasis. Auf Wochensicht summiert sich der Anstieg sogar auf 20,96 Prozent. Anleger honorieren damit die fortschreitenden Fortschritte bei der geplanten Übernahme durch das Nasdaq-notierte Unternehmen Critical Metals Corp, die sich in den kommenden Wochen einer entscheidenden Phase nähert.

Fusion mit Critical Metals nimmt nächste Hürde

Critical Metals Corp und European Lithium hatten Anfang Juli eine Änderungsvereinbarung zur ursprünglichen Scheme Implementation Deed unterzeichnet. Die Anpassungen betreffen die Umsetzungsmechanik der Transaktion, während die kommerziellen Kernbedingungen unverändert bleiben. Weiterhin gilt: Aktionäre von European Lithium erhalten 0,035 Aktien von Critical Metals für jede gehaltene Aktie. Kleinanleger mit 50.000 oder weniger Aktien beziehungsweise Optionen sollen über eine eigens eingerichtete Verkaufsfazilität abgewickelt werden, bei der ein Verkaufsagent die zugeteilten Critical-Metals-Aktien am Markt veräußert.

Nach eigenen Angaben der Unternehmen soll das Scheme Booklet, das auch einen Bericht eines unabhängigen Sachverständigen enthält, den Aktionären Ende Juli oder Anfang August zugehen. Die Versammlungen, in denen die Anteilseigner über das Vorhaben abstimmen, sind für Ende August terminiert. Die Umsetzung der Transaktion peilen beide Seiten für September an. Nach Abschluss sollen die bisherigen European-Lithium-Aktionäre rund 41 Prozent des fusionierten Unternehmens halten.

Kriegskasse und Tanbreez-Anteil als Vermögenswerte

European Lithium verfügte zum 31. März über eine Barreserve von rund 306 Millionen australischen Dollar, umgerechnet etwa 219 Millionen US-Dollar. Critical Metals selbst kam zum gleichen Zeitpunkt auf eine eigenständige Kassenposition von rund 124 Millionen US-Dollar. Diese Kombination gilt als einer der strategischen Gründe für den Zusammenschluss.

Ein weiterer zentraler Vermögenswert ist die Beteiligung von European Lithium an Tanbreez, einem Seltene-Erden-Projekt in Grönland. Das Unternehmen hält dort 7,5 Prozent, nach Abschluss der Übernahme würde Critical Metals das Projekt vollständig kontrollieren. Beide Seiten haben sich zudem über Rücktrittsgebühren abgesichert: Sollte European Lithium unter bestimmten Bedingungen vom Deal zurücktreten, wird eine Ausgleichszahlung von 12 Millionen US-Dollar fällig – im umgekehrten Fall, wenn Critical Metals die Ursache setzt, gilt dieselbe Summe als Gegenverpflichtung.

Wolfsberg bleibt Unsicherheitsfaktor

Parallel zur Fusion hängt über dem Projekt Wolfsberg in Österreich weiterhin regulatorische Unsicherheit. Die österreichische Regierung hatte die Lithium-Bergbaulizenz für das Projekt im Februar um zwei weitere Jahre verlängert. Eine Entscheidung, ob der Abbau tatsächlich beginnt, wird bis Ende 2026 erwartet. Vorausgegangen war ein Urteil des österreichischen Bundesverwaltungsgerichts im November vergangenen Jahres, das eine frühere Entscheidung der Kärntner Landesregierung aufhob. Diese hatte Wolfsberg zuvor unter einem vereinfachten Umweltregime laufen lassen, das Projekte unter zehn Hektar von einer vollständigen Umweltverträglichkeitsprüfung ausnahm. Die Genehmigungslage bleibt damit ein Risikofaktor, der auch nach einem möglichen Zusammenschluss mit Critical Metals fortbesteht.

Für Anleger bleibt die Aktie damit ein Wette auf zwei parallele Ereignisse: den erfolgreichen Abschluss der Fusion im September und die Klärung der Abbau-Entscheidung in Österreich bis zum Jahresende. Beide Termine dürften die Kursbewegungen in den kommenden Monaten maßgeblich bestimmen.

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