Equinor hat einen drohenden Streik mit drei Gewerkschaften abgewendet. Die Einigung nimmt dem norwegischen Öl- und Gaskonzern ein kurzfristiges Produktionsrisiko, das an den Märkten sofort Wirkung entfalten konnte.
Im Kern geht es um Ruhe im Offshore-Geschäft. Die Gewerkschaften hatten signalisiert, dass ein erheblicher Teil der Beschäftigten zur Arbeitsniederlegung bereitstand, falls die Verhandlungen scheitern. Nun steht ein neuer Lohnrahmen.
Einigung mit Folgen für die Förderung
Die Vereinbarung bringt eine allgemeine Jahreserhöhung von 42.000 norwegischen Kronen. Hinzu kommen bessere Zulagen für Nachtschichten und Rufbereitschaft. Für Equinor ist das mehr als ein Personalthema. Es schützt erst einmal die Produktion.
Der mögliche Ausfall war nicht klein. Ein Streik hätte die tägliche Förderung um rund 45.500 Barrel Öläquivalent drücken können. Das wäre gerade in einem Umfeld mit angespanntem Angebot im Nahen Osten unangenehm geworden.
Aktie bleibt stark, schwankt aber
An der Börse zeigt sich das Bild gemischt. Die Aktie schloss am Freitag bei 32,00 Euro und gab im Tagesverlauf 1,51 Prozent nach. Auf Wochensicht liegt sie trotzdem 2,37 Prozent im Plus.
Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursanstieg auf 53,26 Prozent. Gegenüber dem 52-Wochen-Hoch von 37,74 Euro fehlt noch etwas Luft. Der Titel liegt 15,21 Prozent darunter, aber klar über dem Tief vom Dezember.
Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt beträgt 3,38 Prozent nach unten. Das spricht für eine Phase der Konsolidierung nach der starken Laufleistung der vergangenen Monate.
Auch an der Spitze tut sich etwas
Neben der Tarifmeldung rückt ein Wechsel im Aufsichtsrat näher. Das Nominierungskomitee schlägt Jarle Roth als neuen Verwaltungsratschef vor. Die Unternehmensversammlung soll am 8. Juni darüber abstimmen.
Roth sitzt seit Dezember 2025 im Board und bringt Erfahrung aus Industrie, Energie und Finanzwesen mit. Jon Erik Reinhardsen gibt den Vorsitz ab, nachdem er das Gremium seit 2017 geführt hat.
Für Equinor kommt die Einigung zur richtigen Zeit. Der Konzern fördert weiter im großen Stil, 2025 lag die Produktion bei 2,1 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag. Mit dem abgewehrten Streik bleibt dieser Takt vorerst intakt.
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