Equinor setzt seine Expansion in Südamerika konsequent fort. In 2.700 Metern Tiefe hat der norwegische Energiekonzern im brasilianischen Campos-Becken ein entscheidendes Teilstück für das Raia-Projekt installiert.
Dieses Anschlussmodul verbindet die künftige Förderplattform mit einer 200 Kilometer langen Pipeline. Täglich sollen dort ab 2028 rund 16 Millionen Kubikmeter Erdgas nach Macaé fließen. Das Feld birgt schätzungsweise Reserven von über einer Milliarde Barrel Öläquivalent.
Das Unternehmen hält 35 Prozent an dem Projekt, genau wie der Partner Repsol Sinopec. Die brasilianische Petrobras steuert die restlichen 30 Prozent bei.
Flottenausbau für die Nordsee
Neben dem Erfolg in Brasilien stärkt der Konzern seine Basis in der Heimat. Ein milliardenschweres Abkommen mit Transocean sichert Equinor den Zugriff auf drei spezialisierte Bohrinseln für raue Umgebungen. Der Vertrag umfasst sieben Rig-Jahre.
Die Vereinbarung ist Teil der Strategie „NCS2035“. Damit will Equinor die Produktion auf dem norwegischen Kontinentalschelf hochhalten. Im Fokus steht die Erschließung kleinerer Nebenfelder sowie eine effizientere Förderung aus bestehenden Anlagen.
Analysten treten auf die Bremse
An der Börse reagierten Investoren dennoch verhalten. Die Aktie verlor am Freitag 1,14 Prozent und notierte bei 29,38 Euro. Damit rutschte der Kurs rund fünf Prozent unter den gleitenden Durchschnitt der letzten 50 Tage.
Eine Neubewertung durch Analysten lastet auf dem Kurs. Mehrere Banken senkten ihre Kursziele auf im Schnitt 35,33 US-Dollar. Die Experten verwiesen auf steigende Investitionskosten und eine vorsichtige Einschätzung des Stromgeschäfts.
Die Sicherheitsbilanz für das zweite Quartal 2026 zeigt ein gemischtes Bild. Während die Häufigkeit schwerer Vorfälle leicht auf 0,25 sank, stieg die allgemeine Verletzungsrate auf 2,8 an. Momentan befindet sich das Unternehmen in einer Quiet Period.
Ende Juli 2026 veröffentlicht Equinor den vollständigen Finanzbericht für das zweite Quartal. Investoren warten vor allem auf Neuigkeiten zum Aktienrückkaufprogramm. Dieses bleibt eng an die Entwicklung der weltweiten Ölpreise gekoppelt.
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