E.ON Aktie: UBS wittert Einstiegschance

Symbolbild, KI-generiert

UBS-Analystin Wanda Serwinowska stuft E.ON auf Buy hoch und sieht im Stromnetzgeschäft trotz schwachem Marktumfeld weiteres Potenzial.

Auf einen Blick:
  • UBS hebt E.ON-Rating auf Buy
  • Kursziel wurde ebenfalls angehoben
  • Stromnetze gelten als Wachstumstreiber
  • WACC für Strom könnte höher liegen

Während der DAX zu Wochenbeginn unter die Marke von 26.000 Punkten rutscht und Anleger nervös auf die Nachwirkungen des starken US-Arbeitsmarktberichts reagieren, meldet sich die UBS mit einer gegenläufigen These zu Wort: Bei E.ON sei nach einer langen Schwächephase jetzt der richtige Zeitpunkt zum Einstieg.

Analystin Wanda Serwinowska hob das Rating auf „Buy“ und erhöhte das Kursziel. Ihre Begründung liegt im Stromnetzgeschäft, das sie als neuen Wachstumsmotor des Versorgers sieht. Der Markt habe zuletzt vor allem auf die laufende Regulierungsrunde für Gas geschaut und dabei die Chancen im Stromnetz aus dem Blick verloren.

Regulierung als Kernfrage

Im Zentrum der UBS-Einschätzung steht die Gesamtkapitalverzinsung, also der WACC, den der Regulierer für Netzinvestitionen zugesteht. Serwinowska rechnet damit, dass der WACC für Strom bis zu 160 Basispunkte über dem für Gas liegen könnte. Deutschland stehe dabei vor der Aufgabe, eine Balance zu finden: zwischen Renditen, die Investoren anlocken, und den Milliardensummen, die für den Netzausbau tatsächlich nötig sind.

Ein weiteres Argument der Analystin: E.ON habe in der Vergangenheit wiederholt mehr verdient als ursprünglich kalkuliert – dank Kostenvorteilen gegenüber dem regulatorischen Rahmen und zusätzlichen Erträgen abseits des Kerngeschäfts. Diese Fähigkeit zur Outperformance sieht sie als strukturellen Vorteil, der auch in der nächsten Regulierungsperiode greifen dürfte.

Die Studie, aus der die neue Einschätzung stammt, datiert auf Sonntagabend und wurde am Montagmorgen erstmals verbreitet – noch bevor der DAX in die neue Handelswoche mit spürbarem Abwärtsdruck startete.

Für E.ON-Anleger ergibt sich damit ein Kontrast: Der Gesamtmarkt zeigt sich fragil, während ein einzelner Analyst gezielt auf das Netzgeschäft des Versorgers setzt. Ob sich diese Einschätzung in den kommenden Handelstagen im Kurs niederschlägt, dürfte auch davon abhängen, wie sich der DAX oberhalb oder unterhalb der 26.000-Punkte-Marke behauptet.

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