Die Aktie von Energy Fuels rückt am heutigen Dienstag verstärkt in den Fokus der Marktteilnehmer. Während das Unternehmen operativ eine Beschleunigung seiner Uran- und Seltenerd-Aktivitäten vorantreibt, belasten eine politische Untersuchung wegen möglicher Insidergeschäfte und hohe Akquisitionskosten die jüngste Bilanz.
Dennoch verzeichnet das Papier heute eine positive Tendenz und legt im Tagesverlauf um 2,10 % zu. Mit dem aktuellen Kurs von 12,63 € notiert der Titel derzeit 5,20 % über dem 50-Tage-Durchschnitt von 12,01 €.
Kongressuntersuchung wegen Aktientransaktionen
Wie der Ausschuss für natürliche Ressourcen sowie der Unterausschuss für Aufsicht und Untersuchungen des US-Repräsentantenhauses gestern mitteilten, wurde eine Untersuchung gegen den CEO Ross Bhappu und den Vorsitzenden Bruce Hansen eingeleitet.
Den Führungskräften wird vorgeworfen, Anfang Juli 2026 insgesamt 78.000 Aktien des Unternehmens erworben zu haben, nur wenige Tage bevor eine präsidiale Bekanntgabe die Grenzen des Bears Ears National Monument reduzierte. Diese Entscheidung gab uranreiche Flächen für den Bergbau frei. Die Behörden prüfen nun, ob diese Käufe auf unrechtmäßigen Insiderinformationen basierten.
Parallel dazu berichten Medien über ein verstärktes Interesse institutioneller Anleger. Heute wurde bekannt, dass die Bank of America ihre Position an Energy Fuels im zweiten Quartal 2026 um 93,6 % auf über 4,3 Millionen Aktien ausgebaut hat. Auch Ameriprise Financial erhöhte seine Beteiligung in diesem Zeitraum leicht um 4,7 %.
Milliarden-Zukäufe und operative Meilensteine
Die finanzielle Situation des Unternehmens war am vergangenen Mittwoch Gegenstand des Quartalsberichts. Energy Fuels meldete für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von 25,1 Millionen US-Dollar und verfehlte damit die Erwartungen der Analysten.
Der Nettoverlust belief sich auf 33,6 Millionen US-Dollar, was deutlich über dem prognostizierten Minus lag. Hauptverantwortlich für dieses Ergebnis sind die Kosten für die laufenden Übernahmen von Vacuumschmelze (VAC) und Australian Strategic Materials (ASM) in einer Gesamthöhe von 1,9 Milliarden US-Dollar.
Trotz der Verluste sichert das Unternehmen die Finanzierung seiner Expansionsstrategie ab. Laut Unternehmensmitteilung liegen eine bedingte Finanzierungszusage über 725 Millionen US-Dollar vom U.S. Office of Strategic Capital sowie ein Kredit von Goldman Sachs über 250 Millionen US-Dollar vor. Der Abschluss der ASM-Übernahme ist für Ende August geplant, wobei die Aktionärsversammlungen bereits am morgigen Mittwoch stattfinden sollen.
Fortschritte bei Uran und Seltenen Erden
Operativ meldete Energy Fuels am vergangenen Mittwoch einen Erfolg bei der Uranförderung. Das Unternehmen hat sein Produktionsziel für das Gesamtjahr 2026 bereits vorzeitig erreicht und in der ersten Jahreshälfte 1,7 Millionen Pfund $U_3O_8$ produziert. Die ursprüngliche Prognose für das gesamte Jahr lag zwischen 1,5 und 2,5 Millionen Pfund.
Zudem wurde Ende Juli mit dem Ausbau der White Mesa Mill in Utah begonnen. Ziel ist die kommerzielle Produktion von schweren Seltenerdoxiden wie Terbium und Dysprosium bis Ende 2027. Damit stärkt das Unternehmen seine Position in der US-Lieferkette für Magnetmaterialien.
Die Analysten bewerten die Lage trotz der Herausforderungen konstruktiv. B. Riley senkte gestern zwar das Kursziel von 27,00 auf 25,00 US-Dollar, behielt aber die Einstufung auf „Buy“ bei.
Am Freitag stufte zudem das Analysehaus Roth/MKM den Wert von „Neutral“ auf „Buy“ hoch und setzte ein Kursziel von 16,00 US-Dollar fest. Begründet wurde dies mit der einzigartigen Stellung des Unternehmens in der heimischen Lieferkette, die langfristige Vorteile gegenüber den kurzfristigen finanziellen Belastungen biete.
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