Ein Drogeriemarkt-Riese sichert sich Solarstrom für zehn Jahre — ganz ohne staatliche Förderung. Energiekontor hat gemeinsam mit dem Energiedienstleister EHA und der Drogeriekette dm einen langfristigen Stromabnahmevertrag für einen neuen Solarpark in Bayern unterzeichnet. Das Projekt zeigt, wie sich Solarstrom heute auch ohne EEG-Zuschuss vermarkten lässt.
Zehn Jahre Grünstrom für über 2.000 Filialen
Der Vertrag betrifft den geplanten Solarpark Kolitzheim-Herlheim im Landkreis Schweinfurt. Mit einer installierten Leistung von rund elf Megawattpeak soll die Anlage künftig einen Teil der mehr als 2.150 dm-Märkte in Deutschland mit Ökostrom versorgen. Die Inbetriebnahme ist für das erste Halbjahr 2027 geplant.
Der erwartete Jahresertrag liegt bei über 13 Gigawattstunden, was rechnerisch rund 9.000 Tonnen CO2 pro Jahr einspart. Auf den Flächen soll zusätzlich eine extensive Schafbeweidung stattfinden — die Doppelnutzung aus Stromerzeugung und Landwirtschaft ist bei Energiekontor-Projekten kein Einzelfall.
Wirtschaftlich ist der Deal vor allem deshalb bemerkenswert, weil der Solarpark komplett außerhalb staatlicher Fördermechanismen vermarktet wird. Energiekontor verantwortet Entwicklung und Bau, EHA übernimmt die energiewirtschaftliche Strukturierung des Stroms samt Bilanzkreismanagement, dm bindet die Mengen direkt in die Versorgung seiner Filialen ein. Diese Aufgabenteilung entlang der Wertschöpfungskette dürfte für weitere PPA-Projekte als Blaupause dienen.
Strategie ohne Förderabhängigkeit
Für Energiekontor passt der Abschluss zur eigenen Ausrichtung: Das Unternehmen positioniert sich seit Jahren als Vorreiter bei marktbasierten, förderunabhängigen Wind- und Solarprojekten. Firmenchef Peter Szabo sprach von einem Beleg dafür, dass hochwertige Solarprojekte in Deutschland auch ohne staatliche Unterstützung wirtschaftlich tragfähig seien.
Der langfristige Liefervertrag schafft für alle drei Partner Planungssicherheit — für Energiekontor bei der Projektfinanzierung, für dm bei der Kalkulation künftiger Energiekosten. Mit der aktuellen Projektpipeline von 12,2 Gigawatt, die auch US-Rechte einschließt, dürften ähnliche PPA-Abschlüsse in den kommenden Quartalen folgen.
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