Der geplante 66,8-Milliarden-Dollar-Deal zwischen NextEra Energy und Dominion Energy gerät ins Stocken. Ein US-Senator fordert offiziell die Ablehnung der Übernahme.
Senator Angus King aus Maine hat sich am Wochenende an die Federal Energy Regulatory Commission (FERC) gewandt. Seine Botschaft: Der Zusammenschluss muss gestoppt werden. Der kombinierte Konzern wäre der größte regulierte Stromversorger der Welt – mit rund 110 Gigawatt Kapazität, der größten Gasflotte Amerikas und dem zweitgrößten Atomkraft-Portfolio.
Genau das sieht King kritisch. Er warnt vor übermäßiger Marktmacht. Der neue Riese könnte regionale Märkte dominieren, Wettbewerber verdrängen und am Ende die Preise für Verbraucher treiben.
Neue Töne aus der Chefetage
Während die FERC-Prüfung noch in den Kinderschuhen steckt, gibt es eine überraschende Entwicklung. NextEra-CEO John Ketchum hat sich plötzlich positiv zum Offshore-Windprojekt Coastal Virginia Offshore Wind (CVOW) geäußert. Das 11,4 Milliarden Dollar schwere Vorhaben liefert bereits Strom und soll 2027 fertig sein. Bisher galt Ketchum als ausgesprochener Skeptiker solcher Projekte.
Parallel dazu kämpft Dominion vor Gericht. Ein Verfahren gegen Maßnahmen der Bundesregierung zur Blockade von Offshore-Windparks läuft. Eine Anhörung fand Anfang Juli statt.
Die Dominion-Aktie notiert bei 61,12 Euro, kaum verändert zum Freitag. Sie liegt nur knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 61,76 Euro, das Ende Juni erreicht wurde. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von rund 21 Prozent.
Der Strommarkt erlebt derzeit Rekordinvestitionen. Treiber ist der explosionsartige Energiehunger von Künstlicher Intelligenz und Rechenzentren. Dominion hat einen Auftragsbestand von über 50 Gigawatt aus diesem Bereich. In Virginia, einem Kernmarkt, sind die Strompreise bereits um 25 Prozent gestiegen.
Das erste Quartal 2026 verlief solide. Dominion verdiente 0,95 Dollar je Aktie und übertraf damit die Erwartungen. Der Umsatz lag bei 5,02 Milliarden Dollar. Institutionelle Anleger stockten ihre Positionen weiter auf.
Jetzt wartet der Markt auf die Entscheidung der FERC. Wie lange die Prüfung dauert, ist offen. Und ob NextEra nach Kings Einspruch nachbessern muss.
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