Ein Motorenhersteller aus Köln wettet auf Rechenzentren. Deutz verspricht sich vom KI-Boom eine Verdreifachung seiner Umsätze im Energiegeschäft. Der Grund: Rechenzentren brauchen zuverlässige Notstromversorgung, und genau die liefert Deutz.
Am Montag steigt die Aktie um 2,06 Prozent auf 9,39 Euro. Der Kurs bleibt damit rund 25 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 12,49 Euro, das Ende Februar erreicht wurde. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von über 25 Prozent zu Buche.
Neue Marke bündelt Elektro-Know-how
Deutz baut sein Portfolio radikal um. Zum 1. Juli 2026 hat der Konzern zwei Tochtergesellschaften zusammengelegt: Urban Mobility Systems und Futavis. Die neue Einheit heißt DEUTZ NewTech.
Urban Mobility Systems gilt als Technologieführer für batterieelektrische Antriebe im Off-Highway-Bereich. Futavis bringt Know-how bei modularen Batteriesystemen mit. Unter der neuen Marke bündelt Deutz nun Batterietechnik, Software und elektrifizierte Antriebsstränge an einem Ort.
Die Fusion ist mehr als ein Namensspiel. Sie markiert den sichtbarsten Schritt der „Next DEUTZ“-Strategie. Das Ziel: weg vom klassischen Verbrennungsmotor, hin zu neuen Antriebstechnologien.
Zahlen bestätigen den Kurswechsel
Im ersten Quartal 2026 zeigt sich der Umbau bereits in den Zahlen. Der Auftragseingang springt um 41,2 Prozent auf 771 Millionen Euro. Der Umsatz wächst um 8,4 Prozent auf 530 Millionen Euro.
Noch deutlicher fällt der Ergebnissprung aus. Das bereinigte EBIT klettert um 45,7 Prozent auf 37,3 Millionen Euro. Die bereinigte EBIT-Rendite erreicht damit 7,0 Prozent.
Zwei Faktoren treiben dieses Wachstum. Zum einen der Portfolioumbau selbst. Zum anderen eine Erholung in den klassischen Kernmärkten für Bau- und Landmaschinen.
Zukäufe stärken das Energiegeschäft
Deutz investiert gezielt in den Ausbau der Energiesparte. In den vergangenen zwei Jahren steckte der Konzern einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag in dieses Geschäftsfeld. Drei Übernahmen zahlen darauf ein: das US-Unternehmen Blue Star Power Systems, die deutsche Firma Frerk und der brasilianische Generatorenhersteller Maxi Trust Power.
Der Deal mit Maxi Trust Power dürfte besonders lukrativ werden. Er soll dem Konzern zusätzlichen profitablen Umsatz von rund 40 Millionen Euro bringen. Damit stärkt Deutz seine Präsenz im südamerikanischen Energiemarkt.
Für das Gesamtjahr 2026 bleibt der Vorstand ambitioniert. Der Umsatz soll zwischen 2,3 und 2,5 Milliarden Euro liegen, die bereinigte EBIT-Marge bei bis zu 8,0 Prozent. Trotz geopolitischer Unsicherheiten hält Deutz an diesem Kurs fest.
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