Ein außergewöhnlich starkes erstes Halbjahr und eine deutlich angehobene Prognose prägen die aktuelle Lage der Deutsche Rohstoff AG. Das Heidelberger Unternehmen profitierte in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2026 von einer Kombination aus operativer Stärke und erfolgreichen Portfolio-Maßnahmen. Vor allem Teilverkäufe von Beteiligungen und eine Ausweitung der Bohrprogramme treiben die Erwartungen für das Gesamtjahr nach oben.
Rekordergebnis durch Sondereffekte und operatives Wachstum
Im ersten Halbjahr 2026 verzeichnete der Konzern einen Umsatz von 110,0 Millionen Euro, was einer Steigerung von 7,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) kletterte massiv auf 205,2 Millionen Euro, nachdem es im Vorjahr noch bei 70,5 Millionen Euro gelegen hatte. Dieser enorme Zuwachs ist maßgeblich auf Teilverkäufe von Aktien der Almonty Industries zurückzuführen, die einen Ertrag von rund 128 Millionen Euro einbrachten.
Unter dem Strich stand ein Konzernüberschuss von 134,7 Millionen Euro. Auf die einzelne Aktie gerechnet entspricht dies einem Ergebnis von 28,42 Euro, ein deutlicher Sprung im Vergleich zum Vorjahreswert von 3,20 Euro.
Trotz hoher Investitionen in Höhe von 143 Millionen Euro blieb der Free Cashflow mit 42,5 Millionen Euro positiv. Die liquiden Mittel des Konzerns beliefen sich zum Stichtag auf 133,2 Millionen Euro, während das Eigenkapital auf 352 Millionen Euro anstieg, was einer Eigenkapitalquote von etwa 45 Prozent entspricht.
Ausweitung der Bohrprogramme und erhöhte Guidance
Aufgrund der positiven Produktionsentwicklung und eines attraktiven Preisumfelds für Rohöl hat das Management das laufende Bohrprogramm erweitert. Statt der ursprünglich geplanten 26 Bohrungen sieht das Programm für 2026 nun insgesamt 32 Bruttobohrungen vor. Infolge dieser Ausweitung stieg das geplante Investitionsvolumen für das laufende Jahr auf 320 Millionen Euro.
Diese operative Dynamik spiegelt sich in der angehobenen Prognose wider. Medienberichten zufolge rechnet das Unternehmen für das Gesamtjahr 2026 nun mit einem Umsatz zwischen 300 und 320 Millionen Euro.
Das EBITDA im Basisszenario wird in einer Spanne von 380 bis 400 Millionen Euro erwartet. Für das zweite Halbjahr prognostiziert der Konzern eine Tagesproduktion von 24.000 bis 26.000 Barrel Öläquivalent (BOEPD), wobei der Ölanteil bei etwa 70 Prozent liegen soll.
Absicherung und Analysteneinschätzung
Um sich gegen Preisschwankungen am Rohstoffmarkt zu wappnen, setzt die Deutsche Rohstoff AG auf eine aktive Hedging-Strategie. Zum 31. Juli 2026 waren 1,9 Millionen Barrel Öl zu einem Mindestpreis von 72,30 US-Dollar pro Barrel sowie 1,4 Millionen MMBtu Erdgas zu 3,80 US-Dollar abgesichert. Diese Positionen sollen die Planungssicherheit für die kommenden Quartale erhöhen.
Am gestrigen Mittwoch reagierte das Analysehaus First Berlin Equity Research auf die jüngsten Entwicklungen. Der Analyst Simon Scholes bekräftigte seine Kaufempfehlung und hob das Kursziel für das Papier von 115,00 Euro auf 125,00 Euro an. Er begründete dies mit der starken operativen Verfassung und den erfolgreichen Desinvestitionen.
An der Börse notiert die Aktie heute bei 85,40 Euro, was einem Rückgang von 1,2 Prozent entspricht. Ungeachtet dieser kurzfristigen Schwankung weist der Titel seit Jahresbeginn eine positive Entwicklung von 74 Prozent auf. Damit gehört der Wert weiterhin zu den stärksten Performern im laufenden Kalenderjahr.
Das Unternehmen scheint durch die solide Eigenkapitalbasis und die hohen liquiden Mittel gut für die weiteren Expansionsschritte positioniert zu sein.
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