DAX Über 25.000 — was jetzt zählt

Der DAX steigt dank Iran-Abkommen und fallender Ölpreise über die 25.000er-Marke. Die Fed-Entscheidung am Mittwoch rückt in den Fokus.

Auf einen Blick:
  • DAX erobert 25.000er Marke zurück
  • Ölpreis fällt nach Hormus-Öffnung
  • Umschichtung zu zyklischen Werten
  • Fed-Entscheidung als nächster Impuls

Ein Abkommen, das wochenlang als Wunschdenken galt, ist Realität: Die USA und der Iran haben eine Rahmenvereinbarung unterzeichnet, die ein sofortiges Kriegsende an allen Fronten vorsieht — inklusive Libanon. Der DAX reagierte am Montagmorgen prompt und kletterte um rund 1,7 Prozent auf gut 25.060 Punkte, womit der Leitindex die psychologisch wichtige 25.000er-Marke zurückerobert hat.

Hormus, Öl und der Inflationseffekt

Der eigentliche Börsenimpuls kommt weniger aus der Diplomatie selbst als aus ihren wirtschaftlichen Nebeneffekten. Die Straße von Hormus soll nach einer Minenräumung noch diese Woche wieder geöffnet werden — sobald das Abkommen formal unterzeichnet ist. Allein diese Aussicht ließ den Ölpreis der Nordseesorte Brent um knapp 5 Prozent auf rund 83 Dollar fallen. Günstigeres Öl bedeutet weniger Inflationsdruck, und das kommt angesichts mehrerer Notenbankentscheidungen in dieser Woche zur rechten Zeit.

Dass Marktbeobachter dennoch auf Restrisiken hinweisen, ändert nichts an der Stimmung: Offene Fragen rund um Teherans Atomprogramm und die Haltung Israels gegenüber dem Libanon existieren — die Märkte blenden sie vorerst aus.

Notenbanken und das nächste Kursziel

Innerhalb des DAX führten MTU, Heidelberg Materials und die Deutsche Bank die Gewinnerliste an. Rheinmetall, RWE und die Deutsche Börse gehörten zu den wenigen Verlierern — ein Muster, das die Umschichtung von Defensive und Rüstung hin zu konjunktursensitiveren Titeln widerspiegelt.

Der nächste natürliche Orientierungspunkt liegt bei 25.507 Punkten — dem Allzeithoch vom 13. Januar. Bis dahin fehlen noch rund 450 Punkte. Ob der Abstand weiter schrumpft, hängt maßgeblich von der US-Notenbank ab: Die Fed entscheidet am Mittwoch über den Leitzins und dürfte mit ihren neuen Projektionen den Ton für die zweite Junihälfte setzen. Ein fallender Ölpreis verbessert zumindest die Ausgangslage für eine dovische Überraschung.

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