Der chinesische Batterieriese CATL sichert sich die Rohstoffe für die nächsten Jahre. Am Montag bestätigte das Unternehmen zwei langfristige Lieferverträge über insgesamt 770.000 Tonnen Elektrolyt – ein entscheidender Input-Faktor für die Batteriefertigung. Die Partner Yongtai Technology und Sinuo Chemical liefern zwischen 2026 und 2028.
Allein 470.000 Tonnen kommen von Yongtai Technology, 300.000 Tonnen von Sinuo Chemical. Die Botschaft ist klar: CATL denkt in Dimensionen, die die meisten Wettbewerber nur vom Zuschauen kennen.
Neue Technologie als Trumpf
Parallel zur Material-Offensive präsentierte CATL eine neue Plattform. Die Architektur mit dem Namen „One Shell, Two Cells“ erlaubt den gemischten Einsatz von Lithium-Ionen- und Natrium-Ionen-Zellen im selben Akkupack. Für gewerbliche Natrium-Systeme peilt der Konzern eine Haltbarkeit von 15.000 Ladezyklen an – ein Wert, der bislang kaum ein Hersteller erreicht.
Analysten rechnen für 2026 mit einer Jahreskapazität von 1,2 Terawattstunden. Das wäre ein sprunghafter Anstieg. Die neuen Lieferverträge sichern die dafür nötigen Materialmengen – und schützen CATL gleichzeitig vor Preisschwankungen am Rohstoffmarkt.
Starker Markt, schwacher Kurs
Die CATL-Aktie stand am Montag unter Druck. Sie schloss bei 393,02 CNY, ein Minus von 2,48 Prozent. Grund war weniger das Unternehmen selbst, sondern ein regelrechter Ausverkauf an den asiatischen Börsen. Der KOSPI, der Nikkei und chinesische Indizes verloren kräftig. Belastungsfaktoren: Zinssorgen aus den USA und eine breite Technologie-Schwäche.
Mit einem Abstand von gut 16 Prozent zum 52-Wochen-Hoch notiert die Aktie derzeit klar unter ihrem Potenzial. Dabei bleibt CATL der dominierende Player im Heimatmarkt: 29,06 Gigawattstunden Installationen bis April 2026 – das entspricht einem Marktanteil von 46,6 Prozent. Kein anderer Hersteller kommt auch nur annähernd an diese Werte heran.
Die Rohstoffsicherung und die neue Zellplattform setzen genau dort an. CATL sichert sich nicht nur die Lieferketten, sondern treibt gleichzeitig die Technologie voran. Anleger bekommen derzeit einen Weltmarktführer zu einem Abschlag – die Gründe dafür liegen außerhalb des Unternehmens.
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