Coeur Mining hat für das zweite Quartal 2026 eine Bilanz mit gegensätzlichen Signalen vorgelegt. Während das Bergbauunternehmen Rekordwerte beim Umsatz und beim freien Cashflow erzielte, blieben der bereinigte Gewinn und der Gesamtumsatz hinter den Erwartungen des Marktes zurück.
Ein langsamerer Hochlauf der Produktion in Kanada sowie geringere Erzgrade an wichtigen Standorten belasteten das Ergebnis, was das Management zu einer Korrektur der Jahresprognose veranlasste.
Medienberichten zufolge erreichte das Unternehmen im Zeitraum bis Ende Juni einen Rekordumsatz von 1,1 Milliarden US-Dollar. Der operative Cashflow vor Veränderungen im Betriebskapital belief sich auf 513 Millionen US-Dollar.
Besonders die Beiträge der Standorte New Afton und Rainy River stützten dieses Ergebnis. Dennoch lag der bereinigte Gewinn pro Aktie mit 0,12 US-Dollar deutlich unter dem Analystenkonsens von 0,26 US-Dollar. Auch der ausgewiesene Umsatz verfehlte die Markterwartung von 1,19 Milliarden US-Dollar knapp.
Operative Hürden und Anpassung der Jahresziele
Trotz der finanziellen Rekordmarken kämpft Coeur Mining mit operativen Herausforderungen. An den Standorten Kensington, Rochester und Palmarejo fielen die Erzgrade niedriger aus als ursprünglich geplant. Zudem belasteten inflationärer Druck und Verzögerungen beim Produktionshochlauf der kanadischen Anlagen die Bilanz. Vor diesem Hintergrund sah sich das Unternehmen gezwungen, die Prognose für das Gesamtjahr 2026 nach unten zu korrigieren.
Die aktualisierten Ziele gehen nun von einer Jahresproduktion von rund 690.000 Unzen Gold, 20 Millionen Unzen Silber und 45 Millionen Pfund Kupfer aus. Die Kalkulation basiert auf einem Goldpreis von 4.000 US-Dollar sowie einem Silberpreis von 60 US-Dollar je Unze.
Für das gesamte Geschäftsjahr rechnet Coeur Mining mit einem freien Cashflow von etwa 1,5 Milliarden US-Dollar. Um die Produktion langfristig zu sichern, plant das Unternehmen Investitionen in Höhe von etwa 500 Millionen US-Dollar für Erhaltung und Entwicklung sowie weitere 160 Millionen US-Dollar für Explorationsvorhaben.
Kapitalrückführung und Insideraktivitäten
Parallel zur operativen Entwicklung setzt Coeur Mining auf eine verstärkte Beteiligung der Aktionäre am Erfolg. Im zweiten Quartal kaufte das Unternehmen eigene Aktien im Wert von 121 Millionen US-Dollar zurück und weitete das Rückkaufprogramm auf insgesamt 750 Millionen US-Dollar aus.
Zudem wurde die erste Dividende seit 30 Jahren ausgeschüttet, wobei die im Mai deklarierte Zahlung von 0,02 US-Dollar pro Aktie den Auftakt einer neuen halbjährlichen Dividendenpolitik markiert.
In den vergangenen Wochen kam es jedoch auch zu Verkäufen durch Führungskräfte. Wie aus Meldungen hervorgeht, veräußerte Direktor J Thompson am 19. August rund 25.000 Aktien zu einem Preis von 20,77 US-Dollar. Nur einen Tag später trennte sich Thomas Whelan, Executive Vice President und CFO, von 6.000 Anteilen. Zudem kündigte Casey Nault am 19. August die Absicht an, innerhalb von 90 Tagen bis zu 80.000 Aktien zu verkaufen.
Analystenstimmen und Marktreaktion
Die Analysten reagierten differenziert auf die jüngsten Entwicklungen. Die Experten von RBC Capital nahmen die Beobachtung am 11. August mit einer Kaufempfehlung auf. Bereits am 7. August hatte Scotiabank das Kursziel von 28,50 auf 26,50 US-Dollar gesenkt, behielt jedoch die Einstufung „Outperform“ bei. Die Analysten verwiesen dabei auf die Erwartung eines stärkeren zweiten Halbjahres durch das prognostizierte Produktionswachstum.
An der Börse notierte das Papier am vergangenen Freitag zum Handelsschluss bei 18,36 Euro. Trotz der Volatilität nach den Quartalszahlen weist der Wert auf Sicht von 30 Tagen ein deutliches Plus von 22 % auf.
Vom 52-Wochen-Hoch, das am 2. März 2026 bei 24,09 Euro markiert wurde, ist der Kurs damit derzeit noch ein Stück weit entfernt. Neben dem Produktionshochlauf an den kanadischen Standorten bleibt die Entwicklung der Edelmetallpreise der entscheidende Faktor für die Erreichung der neuen Jahresziele.
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