Der US-Energieriese Chevron nutzt die aktuellen geopolitischen Verschiebungen konsequent aus. Während russische Konkurrenten durch Sanktionen verdrängt werden, greift der Konzern im Irak nach einem der größten Ölfelder der Welt. Gleichzeitig belebt das Unternehmen alte Handelsrouten zwischen Venezuela und Indien wieder – eine klare strategische Neuausrichtung der globalen Lieferketten.
Lukoil-Lücke als Chance
Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht das West Qurna-2 Projekt im Irak. Chevron hat exklusive Verhandlungen mit der staatlichen Basra Oil Company aufgenommen, um den Betrieb dieses gewaltigen Areals zu übernehmen. Der Hintergrund der Transaktion ist politischer Natur: Der russische Energiekonzern Lukoil, der zuvor 75 Prozent an dem Projekt hielt, musste sich infolge der im Oktober 2025 verhängten Sanktionen durch die USA und Großbritannien zurückziehen.
Für Chevron bietet sich hier die Gelegenheit, ein bereits hochproduktives Asset zu sichern. Das Feld fördert aktuell über 460.000 Barrel pro Tag, was fast 10 Prozent der gesamten irakischen Rohölproduktion entspricht. Mit geschätzten förderbaren Reserven von rund 14 Milliarden Barrel gehört es zu den bedeutendsten Lagerstätten weltweit.
Rückkehr nach Indien
Parallel zur Expansion im Nahen Osten öffnet Chevron alte Ventile in Südamerika. Erstmals seit sechs Jahren lieferte der Konzern wieder venezolanisches Rohöl der schweren Sorte „Boscan“ an Reliance Industries in Indien. Diese Sorte wird vor allem für die Asphaltproduktion benötigt. Damit reagiert der Markt auf die veränderten Sanktionsrahmenbedingungen und erlaubt indischen Raffinerien, ihre Importquellen wieder stärker zu diversifizieren.
Chevron Corporation Aktie Chart
Ausblick und regulatorische Hürden
Neben den strategischen Deals konkretisierte das Management die Ziele für das laufende Geschäftsjahr 2026. Die Produktion soll in einer Spanne von 3,98 bis 4,1 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag liegen, flankiert von Investitionen zwischen 18 und 19 Milliarden Dollar.
Ein kleineres regulatorisches Nachspiel gab es hingegen in den USA. In Colorado einigte sich eine Chevron-Tochter auf eine Zahlung von 1,53 Millionen Dollar wegen eines Vorfalls an einer Bohrstelle im Jahr 2025.
Die Strategie des Managements ist deutlich erkennbar: Chevron füllt gezielt die Lücken, die durch geopolitische Spannungen entstehen, und sichert sich den Zugriff auf etablierte Förderquellen. Mit einer Aktie, die aktuell nur knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 157,42 Euro notiert, scheinen Anleger diesen pragmatischen Expansionskurs zu stützen.
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