Chevron schickt keinen Spitzenmanager zur wichtigsten Ölmesse der Golfregion. Der Konzern hat die Reise seines Upstream-Chefs Clay Neff zur ADIPEC in Abu Dhabi abgesagt, Sicherheitsbedenken geben den Ausschlag. Auch ExxonMobil zieht zurück: Konzernchef Darren Woods bleibt der Veranstaltung fern.
Iran-Spannungen als Auslöser
Hintergrund ist die angespannte Lage im Nahen Osten. Die Furcht vor neuen US-Angriffen auf Iran und möglichen Vergeltungsschlägen aus Teheran beschäftigt den Ölmarkt seit Tagen. US-Präsident Donald Trump hat zugesichert, vor den Zwischenwahlen am 3. November nicht anzugreifen. Zuletzt schloss er eine weitere Militäroperation gegen Iran jedoch nicht aus.
Die Vereinigten Arabischen Emirate selbst wurden seit Mai nicht mehr von Iran angegriffen. Dennoch greifen die Konzerne zur Vorsicht. Weder Chevron noch Exxon wollten sich zu den Absagen äußern, auch der Veranstalter blieb zunächst eine Stellungnahme schuldig.
Region unter Druck
Die Lage in der Nachbarschaft liefert Argumente für die Zurückhaltung. Das US-Außenministerium hat vergangene Woche einige Diplomaten zur Ausreise aus Saudi-Arabien aufgefordert. Das Land steht in diesem Monat fast täglich unter Beschuss der mit Iran verbündeten Huthi aus dem Jemen. Zudem wollen die USA Familienangehörige von Mitarbeitern mehrerer weiterer Vertretungen in der Region abziehen.
ADIPEC ist nicht die erste Branchenveranstaltung, die darunter leidet. Beim WPC Energy Congress in Riyadh fielen Anfang des Monats mehrere Top-Manager aus dem Programm. Der Kongress fand trotz tödlicher Angriffe auf die saudische Hauptstadt statt.
Andere Schwergewichte halten bislang an ihren Plänen fest. Im Online-Programm stehen weiterhin BP-Chefin Meg O’Neill und Equinor-Chef Anders Opedal.
An der Börse blieb die Reaktion verhalten: Chevron-Papiere notierten zuletzt knapp 0,7 Prozent im Plus, Exxon legte rund 0,2 Prozent zu. Die Absage der Reisen trifft damit vor allem das Netzwerken der Branche, nicht den Kurs. Die ADIPEC beginnt kommende Woche, dann zeigt sich, wer von den großen Namen tatsächlich anreist.
Stand heute, 30. Oktober: Chevron – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Chevron investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 30. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.
