Chevron hat im zweiten Quartal 2026 gleich zwei starke Signale gesendet. Der Ölkonzern übertraf die Erwartungen der Wall Street deutlich. Parallel dazu baute das Unternehmen seine Schulden im Rekordtempo ab.
Die Aktie schloss am Freitag bei 170,90 Euro, ein Plus von 2,36 Prozent. Auf Monatssicht steht nun ein Zuwachs von 17,36 Prozent zu Buche. Zum bisherigen Jahreshoch von 187,32 Euro aus dem März fehlen noch 8,77 Prozent.
Rekord-Schuldenabbau als Kernbotschaft
Chevron reduzierte seine Gesamtverschuldung im Quartal um 8,4 Milliarden Dollar. Das ist der größte Schuldenabbau in der Firmengeschichte. Zum Quartalsende standen 8,53 Milliarden Dollar an Cash gegen 37,08 Milliarden Dollar Schulden in der Bilanz.
Trotz der Entschuldung ließ der Konzern die Aktionäre nicht leer ausgehen. Chevron kaufte Aktien im Wert von 3,12 Milliarden Dollar zurück und erklärte eine Quartalsdividende von 1,78 Dollar je Aktie. Die Auszahlung erfolgt am 10. September 2026 an alle Aktionäre, die am 19. August 2026 im Aktienregister eingetragen sind.
Rekordproduktion treibt den Gewinn
Die operative Stärke zeigt sich in den Kennzahlen. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 6,06 Dollar und übertraf die Schätzung von 5,56 Dollar deutlich. Der Gesamtumsatz kletterte um 56,3 Prozent auf 70,06 Milliarden Dollar, mehr als die erwarteten 61,97 Milliarden Dollar.
Der GAAP-Gewinn stieg auf 12,07 Milliarden Dollar oder 6,11 Dollar je Aktie. Im Vorjahresquartal waren es noch 2,49 Milliarden Dollar oder 1,45 Dollar je Aktie. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital sprang von 6,2 Prozent auf 21,4 Prozent.
Der Treiber dahinter: Chevrons weltweite Produktion wuchs um 20 Prozent auf 4,07 Millionen Barrel täglich. Das operative Ergebnis im Upstream-Geschäft verdreifachte sich nahezu, von 2,73 auf 8,18 Milliarden Dollar. Höhere Ölpreise durch den Iran-Konflikt sowie stärkere Raffineriemargen verstärkten diesen Effekt zusätzlich.
CEO warnt vor geopolitischen Risiken
Über die reinen Zahlen hinaus nutzte Chevron-Chef Mike Wirth die Ergebnispräsentation für eine Warnung. Gegenüber CNBC erklärte er, die geopolitischen Risiken für die globalen Ölmärkte gingen mittlerweile über die Straße von Hormus hinaus. Gleichzeitig würden sich die weltweiten Lagerbestände weiter verknappen.
Zur Quartalsperformance selbst sagte Wirth, die Belegschaft bleibe fokussiert darauf, „die zuverlässige Energie zu liefern, die die Welt braucht“. Die starke Leistung im zweiten Quartal sei das Ergebnis von „disziplinierten Investitionen und starker Umsetzung“, die zu Rekordproduktion im US-Upstream-Geschäft und Rekord-Rohöldurchsatz in den US-Raffinerien geführt hätten.
Analysten hoben Kursziele schon vor den Zahlen an
Noch vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen zeigten sich Analysten optimistisch. BofA hob das Kursziel von 210 auf 227 Dollar an. Piper Sandler nahm die Coverage mit einer Overweight-Einstufung auf, während TD Cowen sein Kursziel von 197 auf 200 Dollar erhöhte.
Die Kombination aus Rekordproduktion, historischem Schuldenabbau und Aktienrückkäufen zeigt: Chevron nutzt die aktuell hohen Ölpreise gezielt zur Bilanzstärkung. Ob sich das Tempo beim Schuldenabbau im laufenden Quartal fortsetzt, dürfte auch davon abhängen, wie sich die von Wirth angesprochenen geopolitischen Risiken weiterentwickeln.
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