Ölpreis: ING hebt Prognosen deutlich an!

Die Blockade der Straße von Hormus verzögert sich, was die niederländische Bank ING zu einer deutlichen Anhebung ihrer Brent-Prognosen veranlasst.

Auf einen Blick:
  • ING erhöht Brent-Prognose für Q2 auf 104 Dollar je Barrel
  • Graduelle Erholung der Lieferungen erst ab Mai/Juni erwartet
  • Goldman Sachs korrigiert Jahresendziel ebenfalls nach oben
  • Brent-Futures steigen sechsten Tag in Folge

Die Ölpreise haben in den vergangenen Tagen kräftig zugelegt. Brent-Futures stiegen am Montag den sechsten Tag in Folge und notierten zuletzt bei 111,57 Dollar je Barrel, ein Plus von 3,08 Prozent. Die niederländische Bank ING hat nun ihre Prognosen deutlich nach oben korrigiert, nachdem sich die Blockade der Straße von Hormus länger hinzieht als zunächst angenommen.

Verzögerung bei Wiederaufnahme der Lieferungen

ING hatte in ihrem ursprünglichen Basisszenario damit gerechnet, dass die Lieferungen durch die Straße von Hormus bereits im April schrittweise wieder anlaufen würden. Diese Erwartung hat sich jedoch nicht erfüllt. Die Analysten der Bank gehen nun davon aus, dass eine graduelle Erholung erst im Mai und Juni beginnen dürfte. Selbst dann werden die Volumina für den Großteil des Jahres unter dem Niveau von vor der Krise bleiben.

Unter diesen Annahmen erwartet ING für das zweite Quartal einen durchschnittlichen Brent-Preis von 104 Dollar je Barrel, zuvor waren es 96 Dollar. Für das vierte Quartal rechnet die Bank mit 92 Dollar, nachdem sie zuvor 88 Dollar prognostiziert hatte. Die deutlichen Lagerabbaumaßnahmen und die langsame Rückkehr zu normalen Liefermengen stützen diese höheren Preiserwartungen.

Brent Rohöl Chart

Unterschiedliche Szenarien mit erheblicher Spannbreite

ING skizziert neben dem Basisszenario auch zwei alternative Entwicklungen. Bei einer länger anhaltenden Störung der Lieferungen könnte Brent für den Rest des Jahres über der Marke von 100 Dollar bleiben. Die Analysten weisen zudem auf ein Eskalationsszenario hin, bei dem eine erneute Verschärfung der Spannungen auch Exporte aus Saudi-Arabien über das Rote Meer und Lieferungen der Vereinigten Arabischen Emirate aus Fujairah beeinträchtigen könnte. In diesem Fall könnten die Öllieferungen bis Ende des zweiten Quartals nahezu zum Erliegen kommen, was die Preise auf neue Rekordhochs treiben würde.

Auch Goldman Sachs hat seine Jahresendziele angehoben. Die US-Bank erwartet nun einen durchschnittlichen Brent-Preis von 90 Dollar und einen WTI-Preis von 83 Dollar, nach zuvor 80 beziehungsweise 75 Dollar. Die Trump-Regierung zeigt sich skeptisch gegenüber einem iranischen Vorschlag, die Straße von Hormus im Austausch gegen eine Aufhebung der US-Blockade und die Verschiebung von Verhandlungen über das Atomprogramm zu öffnen.

Wie sich die geopolitischen Spannungen entwickeln und wann tatsächlich wieder normale Liefermengen fließen, bleibt eine der zentralen Fragen für Anleger. Die Märkte preisen derzeit eine längere Phase erhöhter Preise ein, doch die Unsicherheit über die weitere Entwicklung bleibt hoch.

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