Der Ölpreis verzeichnete am Mittwoch einen deutlichen Anstieg, nachdem iranische Staatsmedien über Angriffe auf Gas- und Petrochemieanlagen am South-Pars-Feld berichteten. Die Anlage gilt als weltgrößtes Gasreservoir. Mehrere Explosionen trafen Verarbeitungsanlagen im Asaluyeh-Komplex, wie die Nachrichtenagentur Fars News meldete. Verschiedene Gasaufbereitungseinheiten wurden zur Eindämmung von Bränden vom Netz genommen, das volle Ausmaß der Schäden bleibt jedoch unklar.
Brent-Rohöl stieg um etwa 6 Prozent auf 109,61 Dollar je Barrel, während West Texas Intermediate um 3 Prozent auf 99,07 Dollar kletterte. Bereits am Dienstag hatten die Kurse zugelegt, nachdem Präsident Donald Trump behauptet hatte, dass US-Verbündete eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus ablehnten.
Brent Rohöl Chart
Erste Treffer auf iranische Kerninfrastruktur
Die Angriffe markieren einen Wendepunkt im Konflikt. Erstmals wurden zentrale Energieanlagen getroffen, nicht nur Schifffahrtsrouten oder militärische Ziele. South Pars bildet das Rückgrat der iranischen Energieversorgung und teilt sich ein Reservoir mit Katar. Dies wirft Fragen nach den Risiken für die gesamte Energie-Infrastruktur am Golf auf.
Während iranisches Gas überwiegend im Inland verbraucht wird, könnten Schäden an Verarbeitungsanlagen die Störungen verlängern. Anders als Tankerschiffe lassen sich solche Anlagen nicht kurzfristig umleiten. Der Markt dürfte nervös bleiben, solange der Konflikt andauert.
Alternative Routen und wachsende Spannungen
Bagdad und die kurdische Regionalregierung haben sich darauf verständigt, irakisches Öl durch die Kurdistan-Region zum türkischen Hafen Ceyhan zu exportieren. „Angesichts der außergewöhnlichen Umstände haben wir entschieden, Öl so schnell wie möglich durch die Pipeline der Kurdistan-Region fließen zu lassen“, schrieb Masrour Barzani, Premierminister der irakischen Kurdistan-Region, auf X. Die Vereinbarung signalisiert dem Markt, dass es Alternativen zur Straße von Hormus gibt.
Gleichzeitig wächst der Druck auf die Houthi-Bewegung im Jemen, sich auf Seiten des Iran in den Konflikt einzubringen. Analysten von Dragonfly schrieben am Mittwoch, die Gruppe befinde sich in einer Position, „in der sie erheblichen Einfluss ausüben und weitere wirtschaftliche Kosten für die USA, Israel und ihre Verbündeten verursachen kann“. Ein Fokus läge vermutlich auf Angriffen gegen Handelsschiffe im Roten Meer.
Das US-Zentralkommando teilte mit, mehrere 2.300-Kilogramm-Bomben auf Raketenstellungen entlang der iranischen Küste nahe der Straße von Hormus abgeworfen zu haben. Israel meldete, den iranischen Geheimdienstchef Esmail Khatib bei einem nächtlichen Angriff getötet zu haben. Der Iran warnte, dass Energie-Infrastruktur im gesamten Golf zu „legitimen Zielen“ werden könnte. Wie sich die Lage entwickelt und welche Anlagen noch gefährdet sind, lässt sich derzeit kaum abschätzen.
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