Es ging schnell. Kaum hatten die USA und der Iran einen bedingten Waffenstillstand verkündet, brach der Ölpreis ein. Brent rauschte um bis zu 16 Prozent nach unten, zuletzt stand der Preis bei 94,87 Dollar je Barrel. WTI fiel auf rund 96 Dollar, der stärkste Einbruch seit fast sechs Jahren. Der 100-Dollar-Boden, den der Markt wochenlang verteidigt hatte, ist weg.
Brent Rohöl Chart
Alles hängt an der Straße
Donald Trump machte die Bedingung öffentlich: Der Waffenstillstand gilt nur, wenn der Iran die Hormuzstraße wieder öffnet. Rund 20 Prozent des weltweiten Ölhandels laufen durch diesen schmalen Korridor. Dass der Markt sofort reagierte, ist verständlich. Ob er zu Recht so stark reagierte, ist eine andere Frage.
Denn ein Waffenstillstand ist kein Friedensvertrag. ING-Analysten Ewa Manthey und Warren Patterson schrieben in einer Notiz, die weitere Preisentwicklung hänge davon ab, ob die Gespräche in eine dauerhafte Einigung münden und die Durchflüsse durch die Straße sich tatsächlich normalisieren. Volatilität werde während der Verhandlungen anhalten.
Die Produktionsausfälle sind real
Was der Markt dabei wohl etwas schnell vergisst: Die Produktionsausfälle der vergangenen Wochen waren massiv. Der Irak verlor 2,8 Millionen Barrel pro Tag, Saudi-Arabien 2,1 Millionen, die Vereinigten Arabischen Emirate 1,4 Millionen. Selbst wenn die Hormuzstraße morgen wieder offen wäre, käme die Normalisierung der Förderung nur schrittweise. Manthey und Patterson formulierten das so: Eine vollständige Normalisierung werde graduell verlaufen.
Raffinierte Produkte folgten dem Rohöl nach unten. Europäische Diesel-Futures fielen um bis zu 23 Prozent, der größte Einbruch seit mehr als vier Jahren. Futures auf Abu Dhabis Murban-Rohöl brachen um 19 Prozent ein, der schärfste Rückgang seit dem Start des Kontrakts 2021.
Bedingter Frieden, unbedingter Kursrutsch
Der Markt hat also auf eine Bedingung so reagiert, als wäre sie bereits erfüllt. Ob das klug war, werden die Verhandlungen dieser Woche zeigen. Trump sagte, der Waffenstillstand solle eine Einigung ermöglichen, die „finalisiert und besiegelt wird“.
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