BP übertrifft im dritten Quartal die Erwartungen deutlich. Der bereinigte Gewinn springt auf 8,46 Milliarden Dollar, Analysten hatten im Schnitt mit 7,33 Milliarden gerechnet. Vor einem Jahr standen nur 2,2 Milliarden zu Buche.
Raffineriemargen als Motor
Den Ausschlag gaben deutlich höhere Raffineriemargen. Das Segment Kunden und Produkte erzielte einen operativen Gewinn von 6,95 Milliarden Dollar, nach 5 Milliarden im zweiten Quartal. Allein Raffinerie und Handel steuerten 5,73 Milliarden bei. Der operative Cashflow lag mit 14,83 Milliarden Dollar fast doppelt so hoch wie im Vorjahr.
Der Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran hat die Gewinne der Ölkonzerne zuletzt gestützt. Wie die Konzerne den zusätzlichen Cash verwenden, ist seither ein Streitpunkt am Markt.
Abschreibungen drücken den Nettogewinn
Unter dem Strich fällt das Bild schwächer aus. Der den Aktionären zurechenbare Gewinn betrug 4,70 Milliarden Dollar, nach Wertberichtigungen von rund 4 Milliarden Dollar nach Steuern. Der Löwenanteil entfiel auf Gas und kohlenstoffarme Energien. Dort schrieb BP 3,37 Milliarden Dollar ab, vor allem auf Übergangsgeschäfte wie Lightsource bp und Offshore-Wind.
Schulden sinken, Dividende bleibt
Die Nettoverschuldung fiel um 8,4 Milliarden Dollar auf 13,87 Milliarden Dollar. BP erreicht dieses Ziel damit ein Jahr früher als geplant. Konzernchefin Meg O’Neill sieht auch die Ziele zur strukturellen Kostensenkung erfüllt. Bei den übrigen zwei der vier Finanzziele für 2027 habe man „line of sight“, also klare Sicht.
Die Dividende bleibt bei 8,66 Cent je Aktie, unverändert zum zweiten Quartal. Aktienrückkäufe fielen mit 114 Millionen Dollar in den ersten neun Monaten dagegen sehr klein aus, im Vorjahr waren es 3,26 Milliarden. Überschüssigen Cashflow will BP stattdessen einsetzen, um die verbleibenden Verbindlichkeiten aus der Deepwater-Horizon-Katastrophe von 2010 vollständig zu begleichen. Diese Rückstellungen belaufen sich auf 5,94 Milliarden Dollar.
Ausblick für das Schlussquartal
Für das vierte Quartal erwartet BP ein deutlich schwächeres Ergebnis im Kundengeschäft. Die Raffineriedurchsatzmenge soll auf 1.160 bis 1.210 Tausend Barrel pro Tag sinken, nach 1.396 im dritten Quartal. Gründe sind der Verkauf der Raffinerie Gelsenkirchen Ende Juli und höhere Wartungsarbeiten. Die gezahlten Ertragsteuern dürften um etwa 0,8 Milliarden Dollar über den 2,30 Milliarden des dritten Quartals liegen.
Die Jahresförderung 2026 sieht BP nun bei 2.210 bis 2.250 Tausend Barrel Öläquivalent pro Tag. Das Unternehmen verweist auf Störungen im Nahen Osten und den Verkauf des Culzean-Gasfelds. Aus Verkäufen von Geschäftsteilen, darunter Castrol, rechnet BP in diesem Jahr mit Erlösen von rund 8 Milliarden Dollar.
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