BP treibt personelle und operative Weichenstellungen voran. Der britische Energiekonzern hat den früheren JPMorgan-Banker Ben Monaghan zum Senior Vice President für Fusionen und Übernahmen sowie Geschäftsentwicklung ernannt. Monaghan wird den Posten Anfang 2027 antreten und künftig die Zukäufe und Portfoliomaßnahmen des Konzerns koordinieren.
Im laufenden Handel verzeichnet das Papier an den europäischen Märkten leichte Abgaben. Die Aktie von BP notiert heute bei 6,37 Euro, was einem Minus von 1,1 Prozent entspricht. Seit Jahresanfang verzeichnet der Titel dennoch ein deutliches Plus von 30 Prozent.
Tarifangebot für US-Großraffinerie Whiting
Parallel zu den strategischen Personalien arbeitet das Management an stabilen Verhältnissen im operativen Geschäft. Für die Beschäftigten der Whiting-Raffinerie im US-Bundesstaat Indiana legte das Unternehmen gestern einen Entwurf für einen sechsjährigen Tarifvertrag vor. Der Standort zählt mit einer Verarbeitungskapazität von 440.000 Barrel pro Tag zu den wichtigsten Raffinerien des Konzerns in Nordamerika.
Die Verhandlungen mit der Gewerkschaft United Steelworkers Local 7-1 dauern an. Ein mehrjähriger Tarifabschluss soll Planungssicherheit an dem zentralen Verarbeitungsstandort gewährleisten und Arbeitsunterbrechungen verhindern.
Portfoliobereinigung und juristische Entlastung
Die Personalentscheidung an der Spitze des M&A-Ressorts folgt auf mehrere Portfolioaktivitäten des Konzerns im September. Zuvor hatte BP eine Vereinbarung mit Osaka Gas getroffen: Das japanische Unternehmen übernimmt vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen und der Zustimmung der Partner einen Anteil von fünf Prozent am australischen Gasprojekt Browse.
Osaka Gas machte zu den finanziellen Konditionen der Transaktion keine Angaben. Zuvor hatte der Konzern zudem Optionen für den Erwerb von Unternehmensteilen von Devon Energy in Südtexas geprüft, die Gespräche laut Reuters jedoch wieder beendet.
Auch an der juristischen Front gab es eine Entlastung für das Unternehmen. Eine US-Bezirksrichterin wies am 23. September eine Kartellklage des Bundesstaates Michigan gegen BP sowie Branchenkollegen wie Chevron, Exxon, Shell und das American Petroleum Institute ab. Dem Konzern und den Mitbeklagten war vorgeworfen worden, Absprachen zur Behinderung des Wettbewerbs im Bereich erneuerbare Energien und Elektrofahrzeuge getroffen zu haben.
Vor dem anstehenden Bericht zum dritten Quartal hob das Analysehaus RBC Capital Markets die Gesamtlage des Sektors hervor. Für die fünf größten westlichen Ölgesellschaften prognostizieren die Experten für das abgelaufene Jahresviertel einen aggregierten Gewinn von rund $53 Milliarden, verglichen mit $48 Milliarden im zweiten Quartal.
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