Hurrikan Isaias hat die Ölproduktion im Golf von Mexiko empfindlich getroffen. Der britische Energiekonzern BP reagierte auf den heranziehenden Tropensturm mit umfassenden Sicherheitsmaßnahmen auf seinen Offshore-Feldern. Um die Belegschaft zu schützen, stoppte das Unternehmen die Förderung auf zentralen Plattformen und zog Einsatzkräfte ab.
Stillstand auf wichtigen Offshore-Anlagen
Im Zentrum der Maßnahmen standen die Tiefsee-Plattformen Na Kika und Thunder Horse. BP evakuierte das gesamte Personal von beiden Anlagen und setzte den Förderbetrieb vorübergehend aus. Die Stilllegung erfolgte vorsorglich, bevor der Sturm die Küstenregion erreichte.
Parallel dazu dünnte der Konzern die Besetzungen auf weiteren Fördereinheiten im Golf von Mexiko aus. Von den Plattformen Argos, Atlantis sowie Mad Dog wurde das nicht zwingend benötigte Personal auf das Festland geflogen. Mit diesen Schritten reihte sich BP in ein branchenweites Vorgehen ein, da auch Wettbewerber wie Shell und Chevron Teile ihrer Offshore-Infrastruktur räumten.
Weitreichende Ausfälle im Golf von Mexiko
Der Sturm hatte sich vor dem Erreichen der Küste zeitweise zu einem Hurrikan der Kategorie 3 mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Meilen pro Stunde verstärkt. Am gestrigen Freitagabend traf Isaias schließlich nahe Destin im US-Bundesstaat Florida als Hurrikan der Kategorie 2 auf Land.
Behördenangaben zufolge führten die Sicherheitsmaßnahmen zu drastischen Einschnitten bei der US-Rohölversorgung. Bis gestern Mittag waren im Golf von Mexiko rund 1,46 Millionen Barrel Rohöl pro Tag stillgelegt. Das entsprach knapp 72 Prozent der gesamten dortigen Offshore-Ölförderung.
Zusätzlich waren rund 59 Prozent der regionalen Erdgasförderung unterbrochen, während insgesamt 129 Förderplattformen geräumt wurden. Sobald der Sturm vorübergezogen ist, sollen Inspektionen klären, ob Schäden entstanden sind, bevor die Anlagen schrittweise wieder hochgefahren werden.
Reaktionen an den Rohstoffmärkten
Die Verknappung der Offshore-Kapazitäten machte sich umgehend an den Rohstoffmärkten bemerkbar. Die physische Nachfrage trieb insbesondere die Notierungen für die von den betroffenen BP-Feldern stammenden Ölsorten an.
Rohöl der Sorte Thunder Horse verzeichnete an zwei aufeinanderfolgenden Handelstagen einen Aufschlag von über 4 US-Dollar je Barrel gegenüber der US-Leitsorte WTI, nachdem die Prämie zu Beginn der Woche noch bei 75 Cent gelegen hatte.
Gleichzeitig schloss die Nordseesorte Brent am Freitag mit 104,72 US-Dollar je Barrel, während WTI bei 91,85 US-Dollar notierte. An den Aktienmärkten zeigte sich das Wertpapier von BP von den vorübergehenden Fördereinschränkungen unbeeindruckt.
Das Papier beendete den Freitagshandel bei 6,87 Euro, was einem leichten Tagesplus von 0,4 Prozent entsprach. Damit notiert der Titel rund 2,0 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 7,01 Euro.
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