Der Iran-Krieg trifft die Weltmärkte hart, BP profitiert kräftig davon. Der britische Ölkonzern hat im zweiten Quartal seinen bereinigten Gewinn mehr als verdoppelt – und damit selbst optimistische Analysten überrascht.
Ölpreise als Gewinnmotor
Der um Sondereffekte bereinigte Nettogewinn kletterte auf 5,73 Milliarden Dollar, nach 2,35 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal. Analysten hatten im Schnitt mit rund 5 Milliarden Dollar gerechnet. Auslöser war der Lieferausfall aus dem Nahen Osten durch den Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran, der die globalen Öl- und Gaspreise deutlich nach oben trieb.
Der Umsatz stieg von 47,7 Milliarden auf gut 70 Milliarden Dollar. Das Ergebnis vor Steuern lag bei 7,82 Milliarden Dollar, mehr als das Doppelte des Vorjahreswerts. Interessant: Die Produktion sank im gleichen Zeitraum um 2,1 Prozent auf 765.000 Barreläquivalente pro Tag – höhere Preise kompensierten den Rückgang mehr als deutlich.
BP hebt die Quartalsdividende um 4 Prozent auf 8,66 US-Cent je Aktie an. Ausgezahlt wird sie am 18. September, Stichtag für den Anspruch ist der 14. August.
Abschied von Archaea Energy
Parallel zu den Zahlen kündigte BP an, einen Verkaufsprozess für sein US-Biogasgeschäft Archaea Energy zu starten. Das Unternehmen hatte die Sparte 2022 für 4,1 Milliarden Dollar übernommen, damals Teil einer ambitionierten Wette auf erneuerbare Energien. Diese Strategie hat der Konzern seit 2025 nach mehreren Abschreibungen und Rückschlägen im Ökostrom-Geschäft weitgehend aufgegeben.
Der mögliche Archaea-Verkauf reiht sich in eine Serie von Portfolio-Bereinigungen ein. Erst kürzlich trennte sich BP von der Raffinerie in Gelsenkirchen und dem österreichischen Tankstellengeschäft, zudem läuft bereits ein Verkaufsprozess für die Nordsee-Einheit. Der Kurs zeigte sich am Berichtstag in London zunächst leicht fester, an der NYSE lag die Aktie im nachbörslichen Handel bei 44,86 Dollar.
Für das Gesamtjahr 2026 bleibt BP bei einem vorsichtigen Produktionsausblick: Zwischen 2.180 und 2.270 Tausend Barreläquivalente pro Tag sollen es werden, nach 2.312 im Vorjahr. Eingerechnet sind dabei Störungen im Nahen Osten, der Verkauf des Culzean-Gasfelds in der Nordsee sowie ein geschätzter Wetterausfall von 15.000 Barreläquivalenten pro Tag im Golf von Amerika.
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