BP Aktie: Analysten erwarten 180 Prozent Gewinnplus

Symbolbild, KI-generiert

Analysten erwarten für das dritte Quartal 2026 mehr Gewinn und Umsatz, zugleich könnten Wertminderungen von 3 bis 4,5 Milliarden US-Dollar belasten.

Auf einen Blick:
  • Gewinn je Aktie auf 2,38 Dollar geschätzt
  • Sieben Gewinnprognosen wurden angehoben
  • Wertminderungen von 3 bis 4,5 Milliarden erwartet
  • Nettoschulden sollen auf 13,5 bis 14,5 Milliarden sinken

Bei BP steigen vor den Quartalszahlen am 30. Oktober die Gewinnerwartungen deutlich. Analysten rechnen mit einem kräftigen Ergebniszuwachs, während zugleich milliardenschwere Wertminderungen drohen. Für Anleger kommt es deshalb darauf an, operative Ertragskraft und bilanzielle Belastungen auseinanderzuhalten. Auch die erwartete Entschuldung steht auf dem Prüfstand.

Analysten setzen die Messlatte höher

Der Konsens für das dritte Quartal 2026 liegt bei einem Gewinn je Aktie von 2,38 US-Dollar. Das entspricht einem erwarteten Anstieg um 180 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Die Erwartungen sind nicht nur im Jahresvergleich hoch. Innerhalb eines Monats gab es sieben Anhebungen der Gewinnschätzungen und keine Senkung. Damit muss BP am Berichtstag auch eine inzwischen anspruchsvollere Messlatte überwinden. Ein deutlicher Gewinnanstieg allein wäre angesichts dieser Prognosen noch keine Überraschung.

Beim Umsatz erwarten Analysten 62,96 Milliarden US-Dollar. Gegenüber dem Vorjahresquartal wäre das ein Plus von 30 Prozent.

Die Prognosen sind allerdings keine gemeldeten Ergebnisse. Entscheidend wird sein, ob BP den erwarteten Zuwachs tatsächlich erreicht und wie sich die einzelnen Geschäftsbereiche entwickeln. Für das Gasgeschäft stellt das Unternehmen ein deutlich besseres Abschneiden als in den Vorquartalen in Aussicht.

Wertminderungen erschweren die Einordnung

Den optimistischen Gewinnschätzungen stehen erwartete nicht zahlungswirksame Wertminderungen nach Steuern von 3 bis 4,5 Milliarden US-Dollar gegenüber. Sie bilden den wesentlichen Gegenpol zur erwarteten operativen Verbesserung.

Für die Bewertung des Berichts ist diese Unterscheidung wichtig: Nicht zahlungswirksame Belastungen sind von der operativen Entwicklung zu trennen. Die Höhe der Abschreibungen bleibt dennoch relevant für das ausgewiesene Ergebnis.

Als operativer Rückenwind dienen die Raffineriemargen aus der Handelsmitteilung vor rund zwei Wochen. BP erwartet dadurch für die Produktsparte eine Ergebnisverbesserung von 1,9 bis 2,1 Milliarden US-Dollar gegenüber dem Vorquartal.

Die Raffinerien erklären damit einen wichtigen Teil der Zuversicht. Niedrigere realisierte Ölpreise wirken dagegen belastend. Der Quartalsbericht muss zeigen, wie stark sich diese gegenläufigen Einflüsse im Gesamtergebnis niederschlagen.

Entschuldung und Kapitalverwendung im Fokus

BP erwartet zum Ende September Nettoschulden von 13,5 bis 14,5 Milliarden US-Dollar. Ende Juni waren es noch 22,3 Milliarden US-Dollar.

Für Aktionäre zählt neben dem Gewinn deshalb die Frage, wie sich die finanzielle Position entwickelt. Die Aktienrückkäufe sind ausgesetzt. Eine Bestätigung der erwarteten Entschuldung wäre somit ein wichtiger Bestandteil des Berichts, aber noch keine Zusage für neue Rückkäufe.

Nach den Quartalszahlen folgt am 15. Dezember die angekündigte Strategievorstellung. Zunächst muss BP jedoch die gestiegenen Gewinnerwartungen erfüllen und die erwarteten Wertminderungen nachvollziehbar einordnen. Darin liegt der zentrale Prüfstein des bevorstehenden Berichts.

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