Ein fragiler Waffenstillstand im Nahen Osten und fallende Ölpreise setzen BP weiter unter Druck. Die Aktie notiert bei 5,46 Euro – kaum verändert zum Freitag.
Dabei hatte die vergangene Woche für Turbulenzen gesorgt: Die BP-Aktie verlor binnen sieben Tagen 5,5 Prozent. Der RSI liegt mit 28,3 Punkten tief im überverkauften Bereich. Das deutet auf starken Verkaufsdruck hin.
Die Lage im Nahen Osten
Am Wochenende eskalierten die Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Beide Seiten führten militärische Schläge aus – die USA gegen iranische Ziele, der Iran gegen Stützpunkte in Kuwait und Bahrain. Dann die Wende: Beide Nationen vereinbarten eine vorläufige Waffenruhe.
Die entscheidenden Gespräche sollen nun in Doha stattfinden. Thema: die Sicherheit der Straße von Hormus. Der Iran beansprucht deren alleinige Kontrolle, die USA bestreiten das. Öl reagierte verhalten positiv: Brent-Rohöl stieg um 0,6 Prozent auf 72,44 Dollar pro Barrel. In der Vorwoche war der Preis noch um 10,6 Prozent eingebrochen.
Schuldenabbau als Schwerpunkt
BP fokussiert sich derzeit auf die Bilanz. Im Februar stoppte der Konzern sein 750 Millionen Dollar schweres Aktienrückkaufprogramm. Das Geld fließt stattdessen in den Schuldenabbau. Bis 2027 soll die Nettoverschuldung auf 14 bis 18 Milliarden Dollar sinken.
Die Maßnahme belastet die Aktie kurzfristig. Dabei liefern die Geschäftszahlen durchaus Stoff für Zuversicht: Im ersten Quartal übertraf BP die Erwartungen. Der Gewinn je Aktie lag bei 1,24 Dollar, Analysten hatten 1,00 Dollar prognostiziert. Der Quartalsumsatz stieg um 11,4 Prozent auf 52,3 Milliarden Dollar.
Der Konzern investiert trotzdem weiter. Ende Juni sicherte sich BP einen zehnprozentigen Anteil am Bab-Gas-Projekt über einen Deal mit ADNOC. Im Juli soll zudem eine neue Organisationsstruktur in Kraft treten. Zwei Hauptdivisionen ersetzen dann die alten Strukturen.
Analysten bleiben vorsichtig optimistisch: 24 Brokerhäuser bewerten die Aktie im Schnitt mit „Moderate Buy“. Das durchschnittliche Kursziel für die US-Notierung liegt bei 46,14 Dollar. Risiken bleiben aber: ein steigendes Short-Interest und eine Untersuchung zu KI-gestützter Gaspreissetzung.
Der nächste Kurstreiber dürften die August-Zahlen sein. Dann legt BP das zweite Quartal vor. Anleger wollen wissen, ob der Schuldenabbau wie geplant läuft – und ob die Ölpreisstabilisierung eine Rückkehr zu Aktienrückkäufen erlaubt.
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