Bougainville Copper Aktie: 25-Prozent-Absturz auf 0,21 Euro

Neue Hürden für Bougainvilles Unabhängigkeit lassen Aktie von Bougainville Copper um 25 Prozent einbrechen.

Auf einen Blick:
  • Aktienkurs stürzt um 25 Prozent ab
  • Parlament erschwert Unabhängigkeitsabstimmung
  • Milliardenprojekt Panguna liegt auf Eis
  • Politische Krise ohne Lösung in Sicht

Im Pazifik eskaliert ein politischer Machtkampf. Die Regierung von Papua-Neuguinea blockiert faktisch die Unabhängigkeit der Inselregion Bougainville. Für den Minenbetreiber Bougainville Copper zerstört das die Geschäftsgrundlage.

Die Anleger reagieren mit Flucht. Der Kurs brach heute um 25,18 Prozent auf 0,21 Euro ein. Auf Wochensicht verlor das Papier damit mehr als ein Drittel seines Wertes. Eine extrem hohe Volatilität zeigt die anhaltende Panik der Investoren.

Parlament verschärft die Spielregeln

Der Auslöser für den Absturz liegt in der Hauptstadt Port Moresby. Das Parlament von Papua-Neuguinea hat die Regeln für die Unabhängigkeitsabstimmung überraschend geändert. Statt der üblichen Zweidrittelmehrheit sind nun drei Viertel der Stimmen nötig. Das entspricht 84 von 111 Abgeordneten.

Die Führung von Bougainville reagiert wütend. Vizepräsident Ezekiel Masatt wirft der Nationalregierung gezielte Sabotage vor. Sie wolle das Erreichen der Abstimmungsschwelle unmöglich machen. Das bestehende Friedensabkommen werde damit wertlos.

Milliardenprojekt auf Eis

Für Bougainville Copper blockiert dieser Streit die gesamte Zukunft. Das schuldenfreie Unternehmen betreibt das gigantische Panguna-Projekt. Im Boden lagern gewaltige Mengen Kupfer und Gold. Der aktuelle Marktwert dieser Rohstoffe liegt bei rund 160 Milliarden US-Dollar.

Aktuell erzielt der Konzern keinerlei Umsätze. Übernahmegespräche mit Lloyds Metals laufen zwar weiter. Ohne politische Klarheit wird aber niemand eine Förderentscheidung treffen oder Kapital bereitstellen. Die Folge: völliger Stillstand.

Die politische Krise spitzt sich weiter zu. Bougainvilles Präsident Toroama droht bereits mit einem drastischen Schritt. Verpasst das Parlament die vorgeschlagene Abstimmungsfrist Ende August, will er im Jahr 2027 einseitig die Unabhängigkeit erklären. Bis dahin bleibt das Minenprojekt festgefahren.

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