UBS hat am Dienstag das Kursziel für Bloom Energy von 325 $ auf 350 $ angehoben und die Kaufempfehlung bestätigt. Die positive Analystenaktion steht damit neben Sorgen über die Energieversorgung von Rechenzentren. Für Anleger sind das zwei unterschiedliche Signale: eine höhere Bewertung durch das Analysehaus und Fragen zur praktischen Umsetzung eines wichtigen Projekts.
Kaufempfehlung und Kursreaktion getrennt betrachten
Die Anhebung des Kursziels ist eine positive Einschätzung von UBS, keine neue Auftragsmeldung von Bloom Energy. Ebenso wenig beantwortet sie für sich genommen die Fragen zur Brennstoffversorgung. Analystenbewertung und operative Entwicklung sollten deshalb getrennt betrachtet werden.
Am Freitag gewann die Aktie 2,9%. Diese Erholung lässt sich jedoch nicht ohne Weiteres der bereits am Dienstag veröffentlichten Analystenaktion zuschreiben. Auch die Unternehmensmitteilung vom Freitag enthielt keine neue Kundenbestellung und keine Aktualisierung zur Geschäftsentwicklung.
Bloom Energy würdigte darin Feuerwehrleute aus Gainesville und kündigte eine Spende an Gainesville Professional Firefighters an. Die Mitteilung betraf das gesellschaftliche Engagement des Unternehmens. Sie liefert damit keinen operativen Beleg für die höhere Bewertung durch UBS.
Gasversorgung bleibt ein Projektthema
Bloomberg berichtete am Donnerstag, Oracle erwäge die Anlieferung von Erdgas per Lastwagen zur Versorgung von Rechenzentren. Diese Lösung werde für die Zeit geprüft, in der die benötigte Pipeline-Infrastruktur noch nicht verfügbar sei. Der Bericht erneuerte Sorgen um das mit Bloom-Brennstoffzellen betriebene Project Jupiter.
Entscheidend ist die Modalität: Oracle erwägt diese Versorgungslösung. Eine endgültige Entscheidung lässt sich daraus nicht ableiten. Die Nachricht betrifft zudem die Brennstofflogistik und ist nicht mit einer neuen Bestellung bei Bloom Energy gleichzusetzen.
Daneben gibt es Medienberichten zufolge einen Vorschlag für ein Rechenzentrum in der Innenstadt von Kansas City. Für dessen primäre Stromversorgung sind Bloom-Brennstoffzellen mit 30 MW vorgesehen. Das Projekt steht allerdings unter Genehmigungsvorbehalt. Eine geplante Nutzung ist daher noch kein gesicherter Realisierungserfolg.
Unternehmensauftritte als nächste Termine
Bloom Energy hat die Teilnahme an TechCrunch Disrupt und SEMICON West in San Francisco angekündigt. Unternehmenssprecher sind für den 13. Oktober beziehungsweise den 15. Oktober vorgesehen.
Diese Auftritte sind konkrete Terminanker, aber keine angekündigten Auftrags- oder Ergebnisveröffentlichungen. Die zentrale Einordnung bleibt deshalb: UBS hat ihre Bewertung angehoben; bei den Rechenzentrumsprojekten zählen weiterhin der jeweilige Entscheidungsstand und die Voraussetzungen für die Umsetzung.
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