Ein Short-Seller wirft Bloom Energy verdeckte China-Abhängigkeit und fragwürdige Bilanzierung vor — und der Kurs bricht ein. Nur einen Tag später dreht die Aktie kräftig ins Plus. Der Grund: Der Konzern schlägt zurück, scharf und öffentlich.
Vorwurf: Verschleierte Lieferkette
Der Short-Seller Hunterbrook Capital veröffentlichte einen Report mit dem Titel „Bloom’s Big Lie“. Darin wirft die Firma Bloom Energy vor, eine versteckte Lieferkette nach China zu unterhalten, zweifelhafte Geschäfte zu führen und aggressiv zu bilanzieren. Im Zentrum steht Scandiumoxid, ein seltenes Material, das Bloom Energy für seine Festoxid-Brennstoffzellen benötigt.
Hunterbrook behauptet, anhand von Handelsdaten, chinesischen Unternehmensunterlagen und Satellitenbildern vier verschiedene, mit China verknüpfte Lieferwege in Blooms Beschaffungskette nachgewiesen zu haben. Das widerspreche direkt den Aussagen von CEO K.R. Sridhar, der seit Anfang 2025 wiederholt betont hatte, keine Abhängigkeit von chinesischen Zulieferern zu haben. Brisant: Peking verlangt inzwischen für jede Scandium-Ausfuhr eine Genehmigung — sollte Bloom tatsächlich auf chinesische Quellen angewiesen sein, hätte China damit theoretisch Einfluss auf die Stromversorgung amerikanischer Rechenzentren.
Konzern weist Vorwürfe zurück
Bloom Energy reagierte prompt und deutlich. Die Behauptungen zu Finanzergebnissen und Buchhaltung seien „falsch und irreführend“, erklärte das Unternehmen und verwies auf seine jüngsten Pflichtmitteilungen als Beleg für die Bilanzintegrität. Zum Scandium-Vorwurf erklärte der Konzern, über ausreichende Vorräte zu verfügen, um sowohl die aktuelle Nachfrage als auch den bestehenden Auftragsbestand zu bedienen — eine Skalierung des künftigen Bedarfs über China sei nicht nötig.
Die Börse honorierte den Konter. Nach dem Kurseinbruch der Vortage sprang die Aktie im vorbörslichen Handel um 5,8 Prozent nach oben. Mizuho bestätigte sein „Neutral“-Rating mit einem Kursziel von 285 Dollar und bezeichnete den vorherigen Ausverkauf als übertrieben. Die Analysten argumentieren, der Short-Report berücksichtige nicht ausreichend Blooms zentralen Wettbewerbsvorteil: die Fähigkeit, KI-Rechenzentren schnell vor Ort mit Strom zu versorgen.
Ob Bloom Energy die Scandium-Frage damit endgültig vom Tisch bekommt, bleibt offen. Die kommenden regulatorischen Einreichungen des Unternehmens dürften zeigen, wie belastbar die Antwort auf Hunterbrooks Vorwürfe tatsächlich ist.
Bloom Energy-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Bloom Energy-Analyse vom 10. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Bloom Energy-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Bloom Energy-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 10. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
