Bloom Energy Aktie: 9 Prozent Minus nach Hunterbrook-Vorwürfen

Schwere Vorwürfe zu Lieferketten-Verschleierung lassen Bloom Energy-Aktie um neun Prozent einbrechen.

Auf einen Blick:
  • Kurssturz von fast neun Prozent
  • Vorwurf der Lieferketten-Verschleierung
  • China-Verbindung durch Scandium-Bezug
  • Quartalszahlen als nächster Test

Eine kritische Recherche erschüttert das Vertrauen der Anleger. Bloom Energy verliert am Mittwoch fast neun Prozent an Wert. Der Kurs fällt auf 215 Euro.

Auslöser ist ein Bericht von Hunterbrook Media. Die Plattform wirft dem Brennstoffzellen-Hersteller vor, die Lieferkette zu verschleiern. Hunterbrook Capital hat daraufhin eine Short-Position aufgebaut.

Der China-Vorwurf

Im Kern geht es um Scandium. Das seltene Erdelement ist ein zentraler Bestandteil der Festoxid-Brennstoffzellen von Bloom Energy. CEO KR Sridhar betonte 2025, dass sein Unternehmen nicht von China abhängig sei.

Hunterbrook Media präsentiert gegenteilige Beweise. Laut dem Bericht zeigen Handelsdaten, Unternehmenseinreichungen und Satellitenbilder eine enge Verbindung zur chinesischen Firma Hunan Oriental Scandium. Die Rohstoffe sollen über Zwischenhändler in Thailand, Japan und Südkorea nach Amerika gelangen.

Produktionsrisiko wächst

Der Bericht zeichnet ein noch düstereres Bild. Hunterbrooks Modell prognostiziert ein globales Defizit bei Scandiumoxid. Bloom Energy könnte für die angestrebte Produktion von 5 Gigawatt rund 220 Tonnen des Materials benötigen.

Die weltweite Versorgung liegt bei geschätzt 240 Tonnen. Die Gesamtnachfrage beträgt 310 Tonnen. Ob Bloom Energy seine Expansionspläne unter diesen Bedingungen durchhalten kann, ist fraglich.

Rückschlag nach Rekordjagd

Der Kurssturz ist ein herber Dämpfer nach einem spektakulären Jahr. Seit Januar 2026 steht ein Plus von 155 Prozent. Im Juni erreichte die Aktie mit 308,50 Euro ein 52-Wochen-Hoch. Damals trieb die Nachfrage nach KI-Rechenzentren die Notierung nach oben.

Davon ist Bloom Energy nun 30 Prozent entfernt. Der RSI von 43 Punkten signalisiert eine Annäherung an neutrale Werte. Die annualisierte Volatilität von 119 Prozent zeigt, wie stark die Anleger auf die neuen Vorwürfe reagieren.

Entscheidende Quartalszahlen im Juli

Die Shortseller-Attacke kommt zu einem heiklen Zeitpunkt. Erst vor Kurzem hatte Bloom Energy seine Partnerschaft mit Brookfield massiv ausgeweitet. Der Finanzierungsrahmen stieg auf 25 Milliarden Dollar – für Projekte im KI-Energiesektor.

Jetzt richtet sich der Blick auf den Quartalsbericht. Bloom Energy veröffentlicht die Zahlen für das zweite Quartal Ende Juli 2026. Die Telefonkonferenz mit dem Management gilt als erster Test, ob das Unternehmen die Vorwürfe glaubhaft entkräften kann.

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