Bloom Energy stürzt weiter ab. Die Aktie des Brennstoffzellen-Herstellers fiel am Montag um 6,53 Prozent auf 171,80 Euro. Damit hat das Papier binnen 30 Tagen mehr als ein Drittel seines Werts verloren.
Der Absturz kommt nicht aus dem Nichts. Ein Kurzverkäufer-Bericht hat eine Klagewelle losgetreten, die das Vertrauen der Anleger erschüttert.
Ein Bericht, viele Klagen
Am 8. Juli 2026 veröffentlichte die Analysefirma Hunterbrook einen Bericht, der Bloom Energys KI-Wachstumsgeschichte infrage stellt. Im Zentrum: die Lieferkette des Unternehmens. Hunterbrook bezweifelt Aussagen von Bloom-CEO KR Sridhar, wonach der Konzern „keine China-Lieferkette“ habe und beim Rohstoff Scandium nicht von China abhängig sei.
Der Bericht löste eine Kettenreaktion aus. Mehrere US-Kanzleien haben mittlerweile Untersuchungen gegen Bloom Energy eingeleitet. Bronstein, Gewirtz & Grossman prüft Ansprüche von Käufern der Aktie. Federman & Sherwood konzentriert sich auf die Frage, ob Bloom Energy und einzelne Führungskräfte falsche oder irreführende Angaben zur Lieferkette gemacht haben. Weitere Kanzleien wie Johnson Fistel, die Law Offices of Frank R. Cruz und die Schall Law Firm haben eigene Prüfungen angekündigt.
Bloom Energy weist die Vorwürfe entschieden zurück. Das Management bezeichnete die Hunterbrook-Vorwürfe als unbegründet. Die Kurse konnten den Ausverkauf damit bislang aber nicht bremsen.
Vom Höhenflug zur Bruchlandung
Noch am 25. Juni markierte die Aktie mit 308,50 Euro ihr 52-Wochen-Hoch. Seither hat sie mehr als 44 Prozent verloren – trotz eines Kursplus von 128,91 Prozent seit Jahresbeginn.
Der 14-Tage-RSI liegt bei 34,7 Punkten und signalisiert eine überverkaufte Lage. Die annualisierte Volatilität der letzten 30 Tage übersteigt 116 Prozent. Das zeigt, wie nervös der Handel mit dem Papier inzwischen geworden ist.
Neben der Klagewelle wächst auch die Konkurrenz im Geschäft mit Wasserstoff-Brennstoffzellen für Rechenzentren. Der KI-Rechenzentrumsbetreiber ECL hat kürzlich einen Vertrag über 300 Megawatt mit dem schwedischen Anbieter PowerCell geschlossen. Siemens wiederum entwickelt gemeinsam mit FuelCell Energy dezentrale Energielösungen speziell für Rechenzentren – nur wenige Tage nach einem ähnlichen Deal zwischen FuelCell Energy und Fit Energy USA.
Für Bloom Energy bedeutet das: Der Markt, den der Konzern bislang weitgehend für sich reklamierte, wird enger. Investoren fragen sich zunehmend, ob die zahlreichen angekündigten KI-Energiedeals tatsächlich in Umsatz und Cashflow münden – oder ob die Wachstumsstory mehr Versprechen als Substanz ist.
Der nächste Test steht bevor
Am 28. Juli 2026 legt Bloom Energy nach Börsenschluss seine Quartalszahlen vor. Der Bericht dürfte zeigen, ob sich der angekündigte Auftragsbestand aus dem KI-Boom tatsächlich in Umsätzen niederschlägt. Ebenso wichtig: ob das Management die Scandium-Vorwürfe glaubwürdig entkräften kann, die die aktuelle juristische Prüfungswelle ausgelöst haben.
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