BHP hat für das am 30. Juni 2026 beendete Geschäftsjahr Zahlen vorgelegt, die den Konzern strukturell verändern: Erstmals steuert Kupfer mehr zum bereinigten Betriebsergebnis bei als Eisenerz, das jahrzehntelang das Kerngeschäft dominierte. Der Wandel zeigt sich nicht nur in der Bilanz, sondern auch an der Börse — die Aktie legte am Dienstag rund 3 Prozent zu.
Der Nettogewinn kletterte auf 9,8 Milliarden Dollar, ein Plus von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bereinigt um Sondereffekte lag der Gewinn bei 13,2 Milliarden Dollar und damit deutlich über der Analystenerwartung von rund 12,7 Milliarden Dollar. Das bereinigte EBITDA sprang um 27 Prozent auf 32,9 Milliarden Dollar.
Kupfer als neuer Wachstumsmotor
Der Kupferbereich lieferte mit 18,2 Milliarden Dollar mehr als die Hälfte des bereinigten Konzern-EBITDA und erzielte dabei eine Marge von 70 Prozent.
Treiber war allerdings der Preis, nicht die Fördermenge: Der erzielte Kupferpreis lag rund 35 Prozent über dem Vorjahresniveau, während die Produktionsmenge wegen kleinerer Sondereffekte um 3 Prozent auf knapp 1,95 Millionen Tonnen sank. In der wichtigen Escondida-Mine in Chile fielen die Stückkosten sogar um 10 Prozent.
Für das laufende Geschäftsjahr 2027 rechnet BHP mit einer weiteren Abschwächung der Kupferproduktion auf 1.650 bis 1.800 Kilotonnen, bedingt durch sinkende Erzgehalte bei Escondida. Langfristig sieht der Konzern aber deutliches Potenzial: Bis zum Geschäftsjahr 2035 soll die Produktion auf etwa 2 Millionen Tonnen pro Jahr steigen — ein Zuwachs von rund 40 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau.
Höhere Ausschüttung, Jansen-Abschreibung belastet
Der Vorstand hat eine Schlussdividende von 99 US-Cent je Aktie beschlossen, nach 60 US-Cent im Vorjahr. Zusammen mit der Zwischendividende ergibt das für das Geschäftsjahr eine Gesamtausschüttung von 1,72 Dollar je Aktie — die höchste Summe seit vier Jahren. Der Rekorddatum für die Dividendenberechtigung ist der 4. September, ausgezahlt wird am 23. September.
Getrübt wurde das Ergebnis durch eine bereits angekündigte Abschreibung von 2,3 Milliarden Dollar auf das kanadische Kalisalzprojekt Jansen. Grund war eine Überprüfung, die die Kapitalschätzung für die zweite Ausbaustufe von 4,9 auf 6,9 Milliarden Dollar anhob. Das Projekt selbst ist zu 84 Prozent fertiggestellt, die erste Produktion wird weiterhin für Mitte 2027 erwartet.
Die Nettoverschuldung sank derweil auf 8,7 Milliarden Dollar von 12,9 Milliarden Dollar im Vorjahr — ein Rückgang, der dem Konzern Spielraum für die geplante Investition in Escondida verschafft. Dort hat BHP eine Vorab-Finanzierung von 500 Millionen Dollar für einen neuen Konzentrator freigegeben, die endgültige Investitionsentscheidung soll in den Kalenderjahren 2027 oder 2028 fallen.
BHP Billiton-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BHP Billiton-Analyse vom 18. August liefert die Antwort:
Die neusten BHP Billiton-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BHP Billiton-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 18. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
