Sechs US-Cent haben gereicht, um Barrick Mining an der Börse fast sechs Milliarden Dollar zu kosten. Der Goldproduzent verdiente im zweiten Quartal bereinigt 0,82 Dollar je Aktie – Analysten hatten mit 0,88 Dollar gerechnet. Die Reaktion fiel deutlich stärker aus als die Differenz vermuten lässt: Die Aktie brach zeitweise um mehr als sieben Prozent ein.
Dabei sehen die übrigen Kennzahlen auf den ersten Blick robust aus. Der Nettogewinn stieg um 50 Prozent auf 1,22 Milliarden Dollar, der bereinigte Gewinn kletterte sogar um 70 Prozent auf 1,36 Milliarden Dollar. Rückenwind kam vor allem vom Goldpreis, der im Quartal durchschnittlich bei 4.417 Dollar je Unze lag – ein Plus von 34 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Steigende Kosten trüben das Bild
Der Haken liegt in den Förderkosten. Die All-in Sustaining Costs kletterten im Jahresvergleich um elf Prozent auf 1.866 Dollar je Unze, die Produktionskosten sogar um 20 Prozent. Das relativiert den Effekt des hohen Goldpreises und dürfte mitverantwortlich dafür sein, dass der zurechenbare freie Cashflow um ein Drittel auf 141 Millionen Dollar einbrach.
Die Produktion selbst lief besser als geplant: Mit 796.000 Unzen lag Barrick über der eigenen Prognosespanne, ein Anstieg von acht Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Für das Gesamtjahr hält der Konzern an seinem Ziel von 2,90 bis 3,25 Millionen Unzen Gold fest.
Newmont-Deal sorgt für Diskussionsstoff
Zusätzliche Aufmerksamkeit zog die Einigung mit Newmont über das gemeinsame Nevada-Goldgeschäft auf sich. Barrick erhält 1,95 Milliarden Dollar für Vermögenswerte im Zusammenhang mit dem Minenverbund, zudem hat Newmont dem geplanten Börsengang der nordamerikanischen Goldaktivitäten zugestimmt – der IPO soll weiterhin bis Ende 2026 erfolgen.
Kritische Stimmen sehen in dem Deal jedoch einen Nachteil für Barrick: Der eingebrachte Anteil am Fourmile-Projekt sei mit den 1,95 Milliarden Dollar zu niedrig bewertet worden, verglichen mit Schätzungen von 3,85 bis 4,2 Milliarden Dollar im Vorfeld. Diese Diskrepanz dürfte die Skepsis rund um die Transaktion zusätzlich befeuert haben.
An die Aktionäre floss im Quartal dennoch kräftig Kapital zurück: 1,5 Milliarden Dollar, davon 1,2 Milliarden Dollar über Aktienrückkäufe aus dem im Mai gestarteten, auf drei Milliarden Dollar angelegten Programm – ein Plus von 242 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für die kommenden Quartale bleibt die Investitionsplanung mit 3,8 bis 4,2 Milliarden Dollar unverändert hoch, das stärkste Quartal soll laut Unternehmensprognose das vierte werden.
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