Die Ballard-Tochter GeoPura sichert sich langfristige Treibstoffmengen für den Betrieb ihrer mobilen Energieanlagen. Das Unternehmen vereinbarte die Abnahme von grünem Wasserstoff aus dem Projekt des Entwicklers Hygen im britischen Bradford. Die geplante Erzeugungsanlage soll über eine Elektrolyseleistung von 35 Megawatt verfügen.
Hygen kalkuliert an dem Standort mit einer Tagesproduktion von 15 Tonnen. GeoPura übernimmt im ersten Vertragsjahr rund ein Siebtel dieser Menge. Für das zweite Jahr ist ein Anstieg der Lieferungen auf drei Tonnen täglich vereinbart. Der Produktionsstart ist für das Jahr 2028 anvisiert.
Das Vorhaben steht vor der endgültigen Investitionsentscheidung, verfügt aber über eine 15-jährige Förderung aus dem britischen Förderprogramm HAR 1. Ballard-Präsident Andy Cunningham bezeichnete die Vereinbarung als langfristige zusätzliche Versorgung für die Generatorflotte des Unternehmens. Durch die Kooperation verankert der Konzern seine Systeme fester in der regionalen Infrastruktur.
Schienenverkehr und Flottendienste im Fokus
Die Versorgung der mobilen Generatoren ergänzt die Einsätze in anderen Industriesektoren. Beim Brennstoffzellen-Großauftrag von Siemens rüstet Ballard zwölf Wasserstoffzüge des Typs Mireo Plus H für Rumänien aus. Der Vertrag umfasst 24 FCrail-Module mit zusammen 4,8 Megawatt Leistung.
Die Lieferungen an den Bahnhersteller verteilen sich auf die kommenden Jahre. Der reguläre Fahrgastbetrieb der rumänischen Eisenbahnreformbehörde ARF soll auf Strecken wie Bukarest–Pitești im Jahr 2029 beginnen. Auf der Schiene baut Ballard auf einer Partnerschaft aus dem Jahr 2022 auf.
Parallel zum europäischen Schienengeschäft adressiert der Konzern auch den Straßentransport in Nordamerika. Auf der Branchenmesse APTA EXPO 2026 stellte Ballard das Serviceprogramm Fleet360 für Betreiber von FCmove-HD+-Flotten vor. Das Angebot soll Kunden bei Wartung und Betrieb der Brennstoffzellensysteme unterstützen.
Lange Zyklen belasten das Marktumfeld
Trotz der Fortschritte bei Verträgen und Serviceangeboten bleiben die Vorlaufzeiten in der Branche lang. Zwischen der Konstruktion von Flotten und dem Beginn des regulären Betriebs vergehen oft mehrere Jahre. Anleger müssen deshalb einkalkulieren, dass sich neue Aufträge erst mit spürbarer Verzögerung in den Geschäftsbüchern niederschlagen.
An der Börse überwiegt vor diesem Hintergrund die Vorsicht. Die Aktie von Ballard Power schloss gestern bei 1,73 Euro. Mit diesem Niveau notiert das Papier nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 1,66 Euro.
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