Der Hamburger Kupferkonzern Aurubis rückt verstärkt in den Fokus strategischer Investoren. Am gestrigen Freitag legte die Aktie im Xetra-Handel um 3,5 % zu und schloss bei 179,30 €. Hintergrund der Kursgewinne sind Medienberichten zufolge eine zunehmende Verdichtung der Aktionärsstruktur durch namhafte Großaktionäre sowie die operative Stärkung des Kerngeschäfts durch eine millionenschwere Investition am Standort Hamburg.
Großaktionäre bauen Positionen aus
Die als „Hannover-Connection“ bezeichnete Gruppe aus den Unternehmern Dirk Roßmann und Günter Papenburg hat ihren Einfluss auf den MDax-Konzern in den vergangenen Tagen deutlich ausgeweitet. Wie aus Pflichtmitteilungen hervorgeht, erhöhte die Rossmann Beteiligungs GmbH ihren Anteil unter Einbeziehung von Finanzinstrumenten auf insgesamt 21,58 %. Die GP Günter Papenburg AG überschritt zudem am 11. August die meldepflichtige Schwelle von 5 % und hält nun einen Stimmrechtsanteil von 5,01 %, nachdem die Beteiligung zuvor bei 3,07 % gelegen hatte.
Parallel zu diesen Zukäufen verstärkte auch die US-Investmentbank Goldman Sachs ihr Engagement. Einem Bericht vom Mittwoch zufolge stieg die Gesamtposition des Instituts auf 12,37 %, wobei ein Großteil dieser Position über Finanzinstrumente gehalten wird. Diese Konzentration bei den Anteilseignern sorgt am Markt für Spekulationen über die künftige strategische Ausrichtung des Hamburger Multimetall-Anbieters.
Rekordbeitrag für Salzgitter und neue Anlagen
Auch von Seiten des langjährigen Großaktionärs Salzgitter AG kamen zuletzt positive Signale für das operative Geschäft. In ihrem am 14. August vorgelegten Halbjahresbericht wies die Salzgitter AG einen Rekord-Ergebnisbeitrag aus der Aurubis-Beteiligung in Höhe von 193 Millionen Euro aus. Trotz dieser starken operativen Leistung wurde das EBITDA des Stahlkonzerns durch Bewertungseffekte aus einer Umtauschanleihe in Aurubis-Aktien mit 181,3 Millionen Euro belastet.
Strategisch hat Aurubis einen weiteren Meilenstein in der Verarbeitung komplexer Recycling-Rohstoffe erreicht. Das Unternehmen hat in Hamburg eine neue Anlage in Betrieb genommen, wobei das Investitionsvolumen für dieses Projekt bei 190 Millionen Euro lag.
Die Anlage dient der Erweiterung der Kapazitäten zur Rückgewinnung von Edelmetallen und unterstreicht die Transformation des Konzerns hin zu einem führenden Akteur im Bereich des Metall-Recyclings.
Prognose am oberen Ende erwartet
Die wirtschaftliche Dynamik spiegelt sich auch in der konkretisierten Guidance wider. Das Unternehmen gab am 9. August bekannt, für das laufende Geschäftsjahr einen operativen Vorsteuergewinn (EBT) am oberen Ende der Spanne von 425 Millionen bis 525 Millionen Euro zu erwarten. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres konnte bereits ein Vorsteuergewinn von 374 Millionen Euro erzielt werden.
Diese Entwicklung wird von Analysten überwiegend positiv bewertet. Warburg Research bestätigte am 10. August die Kaufempfehlung für die Aktie und sieht das Kursziel bei 211 Euro. Mit dem gestrigen Schlusskurs beträgt die Marktkapitalisierung von Aurubis 7,54 Milliarden Euro. Seit Jahresbeginn konnte das Papier bereits um 46 % zulegen.
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