Arafura Rare Earths treibt die Vermarktung seines australischen Förderprojekts Nolans voran. Das Unternehmen unterzeichnete heute einen verbindlichen Fünfjahresvertrag über die Lieferung von Neodym-Praseodym-Oxid (NdPr) an Traxys North America. Die Vereinbarung zielt direkt auf die Versorgung der US-Industrie abseits dominanter chinesischer Lieferketten.
Im Handel reagierten die Anleger verhalten auf die Nachricht. Die Aktie von Arafura Rare Earths verzeichnete heute ein Minus von 3,9 Prozent auf 0,1009 Euro. Damit notiert der Titel nur noch 0,9 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief.
Fünfjahresabschluss über bis zu 850 Tonnen jährlich
Die Vereinbarung sieht vor, dass Traxys bei Erreichen der vollen Förderleistung jährlich bis zu 850 Tonnen NdPr-Oxid abnimmt. Gegenüber der ursprünglichen Absichtserklärung vom Mai bedeutet dies eine deutliche Aufstockung des Volumens. Neben den leichten Seltenen Erden umfasst der Vertrag auch zugehörige schwere Seltene Erden.
Die Laufzeit ist auf fünf Jahre festgeschrieben. Beide Partner können den Kontrakt im gegenseitigen Einvernehmen um zwei Jahre verlängern. Die Abrechnung erfolgt in US-Dollar. Die Verkaufspreise sind an einen unabhängigen globalen Seefrachtmarktindex gekoppelt, dessen endgültige Festlegung noch aussteht.
Das Handelsunternehmen Traxys verfügt über ein weltweites Vertriebsnetz und erlöst jährlich rund zehn Milliarden US-Dollar. Der Händler wurde unter anderem für das Förderprogramm Project Vault der US-Regierung ausgewählt. Die Rohstoffe aus Australien sollen an US-Hersteller in der Automobilindustrie, der Verteidigungsbranche und dem Technologiesektor geliefert werden.
Absatzabsicherung für das Nolans-Projekt
Für das Nolans-Projekt im Northern Territory bedeutet der Abschluss einen weiteren Schritt zur langfristigen Absatzsicherung. Die Lagerstätte ist auf eine Gesamtbetriebsdauer von 38 Jahren ausgelegt. Das Vorhaben soll künftig rund vier Prozent der weltweiten NdPr-Nachfrage außerhalb Chinas bedienen.
Neben Traxys existieren bereits Abnahmevereinbarungen mit Industriekonzernen wie Siemens Gamesa, Hyundai, Kia und General Electric. Zudem beteiligte sich die KfW mit 50 Millionen Euro Eigenkapital für den Bund über den Rohstofffonds am Vorhaben. Zu den maßgeblichen Anteilseignern von Arafura gehört die Bergbaugesellschaft Hancock Prospecting, die einen Anteil von 17,5 Prozent hält.
Der Bau des Nolans-Projekts wurde vor über einem Monat begonnen (seither minus 21,5 Prozent). Die erste Produktion von kommerziellem NdPr-Oxid peilt das Management für das Jahr 2029 an. Parallel zu dem Vertrag mit Traxys laufen Gespräche mit weiteren Interessenten, um die verbleibenden Produktionsmengen vertraglich zu binden.
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