Australiens erstes vollständig integriertes Seltene-Erden-Projekt nimmt konkrete Formen an. Arafura Rare Earths hat im Mai 2026 die finale Investitionsentscheidung für das Nolans-Projekt getroffen — ein Vorhaben mit einem Investitionsvolumen von 1,23 Milliarden australischen Dollar.
Die Aktie notiert aktuell bei 0,17 Euro und hat in den vergangenen zwölf Monaten rund 68 Prozent zugelegt. Auf Sicht von 30 Tagen verlor das Papier allerdings knapp 14 Prozent.
Vom Erz zum Oxid — alles an einem Ort
Das Nolans-Projekt liegt 135 Kilometer nördlich von Alice Springs im Northern Territory. Der strategische Kern: Die gesamte Verarbeitungskette vom Roherz bis zum hochreinen Oxid findet auf einem einzigen Gelände statt. Rund 90 Prozent des Investitionsbudgets fließen in die chemischen Verarbeitungsanlagen vor Ort.
Die Anlage soll jährlich 4.440 Tonnen Neodym-Praseodym-Oxid (NdPr) produzieren — etwa 4 Prozent des aktuellen globalen Marktangebots. Hinzu kommen 573 Tonnen schwere Seltene-Erden-Oxide pro Jahr, darunter rund 25 Tonnen Dysprosium und 8 Tonnen Terbium. Die geplante Minenlebensdauer beträgt 38 Jahre.
Der Baustart ist für September 2026 geplant. Die kommerzielle Produktion soll Ende 2029 beginnen.
Abnahmeverträge mit Hyundai, Siemens Gamesa und anderen
Arafura hat bereits Abnahmeverträge für rund 80 Prozent der geplanten NdPr-Produktion abgeschlossen. Die wichtigsten Vereinbarungen im Überblick:
- Hyundai und Kia: 1.500 Tonnen pro Jahr
- Traxys: 800 Tonnen pro Jahr (300 t/a aus Europa, 500 t/a aus Nordamerika)
- Australiens Critical Mineral Strategic Reserve: 500 Tonnen pro Jahr
- Siemens Gamesa: 520 Tonnen pro Jahr
Mit deutschen Abnehmern verhandelt Arafura über weitere 250 bis 500 Tonnen jährlich. Zur Absicherung gegen Preisschwankungen nutzt das Unternehmen Preisindizes außerhalb Chinas — etwa von Benchmark Minerals und Platts.
Finanzierung steht, Wirtschaftlichkeit überzeugt
Das Eigenkapital von 887 Millionen australischen Dollar kommt von mehreren Partnern. Hancock Prospecting hält einen Anteil von 17,5 Prozent. Weitere Kapitalgeber sind der German Raw Materials Fund, Export Finance Australia und der National Reconstruction Fund Corporation. Den Fremdkapitalanteil von rund 1,01 Milliarden australischen Dollar teilen sich neun Kreditgeber.
Ein wirtschaftlicher Vorteil des Projekts ist die Koproduktion von 144.000 Tonnen hochreiner Phosphorsäure pro Jahr. Dieses Nebenprodukt drückt die Betriebskosten erheblich — Arafura positioniert sich damit im ersten Kostenkostenviertel der globalen Seltene-Erden-Produzenten. Der Kapitalwert nach Steuern liegt bei 1,73 Milliarden australischen Dollar, die interne Rendite bei 17,2 Prozent.
Mit dem australischen Status als „Major Project“ profitiert das Vorhaben von vereinfachten Genehmigungsverfahren. Der nächste konkrete Meilenstein: der offizielle Baubeginn im September 2026.
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