Drei Deals, drei Branchen, ein Tag: Apollo zeigt an diesem Donnerstag erneut, wie breit der Vermögensverwalter mittlerweile aufgestellt ist. Während eine Tochtergesellschaft in Kalifornien Lagerhallen kauft, könnte im Hintergrund ein milliardenschwerer Verkauf in der Gasbranche anstehen.
Kapital für die Musikindustrie
Apollo-verwaltete Fonds stellen 1,25 Milliarden Dollar an Eigenkapital bereit, um den kürzlich abgeschlossenen Zusammenschluss von BMG und Concord zu unterstützen.
Im Gegenzug erhält Apollo eine Minderheitsbeteiligung an einer BMG-Tochtergesellschaft, die den früheren Concord-Katalog mit mehr als einer Million Songs hält. Das frische Kapital erlaubt es BMG, bestehende Verbindlichkeiten aus einer Anleihe abzubauen, die durch Musikrechte besichert ist.
Die Partnerschaft zwischen Apollo und Concord reicht bis 2022 zurück. Seither hat Apollo die Ausgabe von Anleihen im Volumen von über 4,5 Milliarden Dollar begleitet und in den vergangenen fünf Jahren insgesamt mehr als acht Milliarden Dollar in die Musikbranche investiert. Für Apollo ist das Geschäft ein weiterer Baustein in der Strategie, als Anbieter maßgeschneiderter Kapitallösungen für Unternehmen unterschiedlichster Branchen aufzutreten.
Bridge kauft Lagerhallen in Nordkalifornien
Parallel dazu erweitert Bridge Logistics Properties, eine Tochter der Apollo-Einheit Bridge Investment Group, ihr Portfolio in Nordkalifornien. Zwei Objekte wechseln den Besitzer: eine voll vermietete Halle in Fremont mit rund 198.700 Quadratmetern Nutzfläche sowie ein Cross-Dock-Zentrum in Stockton mit über 545.000 Quadratmetern, das an UNFI und Dollar Tree vermietet ist.
Hintergrund ist eine Verknappung von Class-A-Flächen entlang des I-880-Korridors, ausgelöst durch die steigende Nachfrage aus KI- und Hightech-Fertigung. Die Leerstandsquote in Fremont lag im zweiten Quartal bei rund zwei Prozent, bei Class-A-Flächen sogar unter einem Prozent. Logistikunternehmen weichen deshalb zunehmend ins Central Valley aus — genau dort, wo Bridge mit dem Stockton-Deal positioniert ist.
Möglicher Verkauf der LNG-Sparte Energos
Der dritte und mit Blick auf die Bewertung gewichtigste Vorgang: Apollo soll Berichten zufolge strategische Optionen für den Betreiber schwimmender LNG-Infrastruktur, Energos, prüfen. Eine Transaktion könnte das Unternehmen mit mehr als drei Milliarden Dollar bewerten. Als möglicher Käufer gilt XRG, der internationale Investmentarm der Abu Dhabi National Oil Company, der Berichten zufolge einen Anteil von bis zu 50 Prozent übernehmen könnte.
Apollo hatte Energos 2022 gemeinsam mit New Fortress Energy gegründet und im Januar 2024 dessen 20-Prozent-Anteil übernommen. Ein Abschluss gilt als möglicher, aber keineswegs sicherer Ausgang der laufenden Gespräche — beide Seiten äußerten sich bislang nicht offiziell dazu.
Die Aktie reagierte am Donnerstag mit Kursverlusten von rund zwei Prozent auf die Nachrichtenlage. Ob daraus ein Trend wird, dürfte sich erst zeigen, wenn Klarheit über den Ausgang der Energos-Gespräche besteht.
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