Apollo lässt an diesem Montag keinen Zweifel daran, wie zentral das Unternehmen im aktuellen Infrastruktur- und Energieboom positioniert ist. Gleich zwei Transaktionen mit Apollo-Beteiligung sorgen für Bewegung — eine davon dreht sich direkt um die Kühlung von Rechenzentren, jenem Bereich, der derzeit als Wachstumsmotor der gesamten Tech-Branche gilt.
Kelvion wandert zu SLB
Von Apollo verwaltete Fonds verkaufen den Kühltechnik-Spezialisten Kelvion an den Energietechnologiekonzern SLB. Der Deal bewertet Kelvion mit rund 4,1 Milliarden Dollar, aufgeteilt in etwa 3,4 Milliarden Dollar in bar plus rund 700 Millionen Dollar übernommener Schulden.
Kelvion war erst im Januar 2026 in das Portfolio der Apollo-Fonds gewandert und hat sich seither zum wichtigen Zulieferer für Rechenzentrums-Kühlung entwickelt — für SLB soll die Übernahme das Angebot im Datacenter-Geschäft ergänzen, das binnen drei Jahren kräftig gewachsen ist.
Für Apollo zahlt sich damit ein Investment aus, das gezielt auf den KI-Infrastrukturboom gesetzt hatte. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen und soll in der ersten Jahreshälfte 2027 abgeschlossen werden.
Milliardenspritze für ONEOK
Parallel dazu strukturiert Apollo einen weiteren Großdeal im Energiesektor. Der Pipeline-Betreiber ONEOK übernimmt Midstream-Anlagen von Brazos im Permian-Becken für 4,425 Milliarden Dollar — finanziert über eine nicht stimmberechtigte Minderheitsbeteiligung von Apollo-Fonds in Höhe von 9 Milliarden Dollar. Fünf Milliarden Dollar davon fließen in den Schuldenabbau von ONEOK, was die Verschuldung auf das 3,25-fache des EBITDA drücken soll.
Für Apollo ist das Geschäft ein weiteres Beispiel für die Rolle als Kapitalgeber bei großen Infrastrukturvorhaben, ohne dabei operative Kontrolle zu übernehmen. Die Investition ist auf eine Rendite von maximal 7 Prozent in den ersten neun Jahren begrenzt — überschüssige Ausschüttungen reduzieren die Kapitalbasis der Beteiligung und kommen so den ONEOK-Stammaktionären zugute.
Neben den beiden Transaktionen personalisiert sich auch die Führungsebene der Apollo-Tochter Athene. Das Versicherungsgeschäft mit rund 473 Milliarden Dollar verwaltetem Vermögen holt sich mit Brett Gibson einen neuen Investor-Relations-Chef von J.P. Morgan.
Die beiden Transaktionen zeigen, wie breit Apollo mittlerweile zwischen Rechenzentrums-Infrastruktur und klassischem Energiegeschäft aufgestellt ist. Der Abschluss der Kelvion-Übernahme durch SLB ist für die erste Hälfte 2027 terminiert, während die ONEOK-Finanzierung bereits jetzt Wirkung auf die Bilanzstruktur des Pipeline-Betreibers entfalten soll.
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