Analysten heben Prognosen für Such- und Cloud-Geschäft an
Am Donnerstag haben zwei Analysehäuser ihre Erwartungen für Alphabet nach oben angepasst. Tigress Financial erhöhte das Kursziel für das Papier von $415 auf $485 und bekräftigte die Einstufung „Strong Buy“. Als Hauptgrund nannten die Experten die führende Rolle des Konzerns bei künstlicher Intelligenz, die das Wachstum in der Websuche, im Cloud-Geschäft sowie auf der Videoplattform YouTube maßgeblich vorantreibe.
Die Einschätzung spiegelt das wachsende Vertrauen in Googles technologische Aufstellung wider. Dem Technologiekonzern gelingt es zunehmend, neu entwickelte KI-Modelle in die bestehende Produktlandschaft einzubinden und damit die Monetarisierung in den etablierten Kerngeschäftsfeldern abzusichern.
Am selben Tag hob auch Evercore ISI den Daumen. Das Institut schraubte sein Kursziel von $420 auf $450 nach oben und bestätigte die Einstufung „Outperform“. Eigene Umfragedaten belegen nach Angaben der Analysten, dass Google seine Vormachtstellung als führende Suchmaschine gegenüber Wettbewerbern weiter festigt.
Milliardeninvestition in finnische Rechenzentren
Die optimistischen Analystenstimmen fallen zeitlich mit weitreichenden Infrastrukturplänen auf dem europäischen Kontinent zusammen. Wie Bloomberg am 9. September berichtete, investiert Alphabet über die kommenden zwei Jahre 13 Milliarden Euro – umgerechnet rund $15,1 Milliarden – in KI-Infrastruktur in Finnland. Dies markiert das bislang größte Investitionsprojekt des Konzerns in Europa und umfasst den Bau dreier neuer Rechenzentren sowie die Erweiterung des Standorts Hamina.
Der Betrieb moderner Hochleistungsrechner erfordert enorme Mengen an verlässlicher Grundlastenergie. Um die Kapazitäten für anspruchsvolle KI-Berechnungen emissionsarm betreiben zu können, setzt der Technologiekonzern daher verstärkt auf langfristige Partnerschaften mit europäischen Energieerzeugern.
Am 9. September vereinbarte Alphabet in diesem Zusammenhang einen weitreichenden Stromliefervertrag mit dem finnischen Versorger Fortum. Der Kontrakt läuft über 22 Jahre und sichert Google Zugriff auf bis zu 50% der Stromerzeugung des Kernkraftwerks Loviisa. Für den Konzern handelt es sich um den ersten Atomstrom-Deal außerhalb der Vereinigten Staaten.
Strategische Rückendeckung und Kapitalrückfluss
Zusätzlichen Zuspruch für den eingeschlagenen Weg gab es aus der US-Industrie. Greg Abel, CEO von Berkshire Hathaway, äußerte sich am 2. September gegenüber CNBC positiv über die Wettbewerbsposition des Technologiekonzerns. Berkshire sehe Alphabet als Gewinner im KI-Segment, was sich nicht zuletzt in den Erfahrungen der eigenen Portfoliounternehmen mit der Technologie zeige.
Neben den massiven Sachinvestitionen in Server und Netze lässt der Konzern auch seine Anteilseigner direkt am operativen Erfolg teilhaben. Am Montag zahlte Alphabet eine reguläre Quartalsdividende von $0,22 je Aktie der Klassen A, B und C an die berechtigten Investoren aus. Im europäischen Handel ging das Papier gestern bei einem Schlusskurs von 303,85 € ins Wochenende.
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