Fast 900 Millionen kanadische Dollar mehr in der Kasse. Ein 8,9-Prozent-Kurssprung an einem einzigen Handelstag. Bei Almonty Industries kommen aktuell mehrere Entwicklungen zusammen, die den Wolfram-Produzenten aus der Nische in den Fokus institutioneller Anleger rücken.
Die Aktie schloss am Freitag bei 15,17 US-Dollar. Zwischenzeitlich pendelte der Kurs zwischen 14,00 und 15,47 Dollar, bevor er nahe dem Tageshoch aus dem Handel ging. Auf Jahressicht steht damit ein Kursplus von über 220 Prozent.
Kapitalspritze verändert die Bilanz
Auslöser der jüngsten Rally ist eine Analyse von Diamond Equity Research vom 14. August. Die Kernaussage: Almonty hat den Sprung vom Entwicklungsunternehmen zum finanzstarken Produzenten kritischer Metalle geschafft.
Zahlen vom 11. August untermauern das. Almonty startete mit einer Kassenposition von 1,23 Milliarden kanadischen Dollar in die zweite Jahreshälfte. Ende Dezember 2025 waren es noch 268,4 Millionen Dollar.
Der Sprung kommt vor allem aus einer Anleihe. Almonty platzierte eine überzeichnete Wandelanleihe über 800 Millionen US-Dollar mit einem Kupon von 2,25 Prozent, fällig 2031. Der anfängliche Wandlungspreis liegt bei rund 27,40 Dollar je Aktie – deutlich über dem aktuellen Kursniveau.
Das Management sieht darin einen strategischen Vorteil. Statt Projekte nacheinander zu finanzieren, kann Almonty nun mehrere Großvorhaben parallel vorantreiben. Dazu zählen die Phase-II-Erweiterung in Sangdong und das Gentung-Projekt in Montana.
Schulden abgebaut, Sichtbarkeit gestiegen
Nach Quartalsende zahlte Almonty zudem seinen KfW-Kredit vollständig zurück. Der Schritt passt zur Strategie, die Bilanz zu straffen, während die Produktion hochläuft.
Parallel dazu ist die Aktie diesen Sommer in die Indizes Russell 1000 und Russell 3000 aufgenommen worden. Das erhöht die Sichtbarkeit bei institutionellen Investoren spürbar. Diamond Equity Research betont in seiner Note, dass sich die Investmentthese damit verschiebt: weg von Entwicklungsrisiken, hin zu Ausführung und verlässlichem Cashflow.
Wolframpreise auf historischem Niveau
Die Kapitalstärke trifft auf einen außergewöhnlich günstigen Markt. Der europäische APT-Durchschnittspreis für Ammoniumparawolframat lag im zweiten Quartal 2026 bei 3.075 US-Dollar je Tonneneinheit. Im Vorjahresquartal waren es noch 453 Dollar.
Der Preissprung geht auf ein knapperes westliches Angebot zurück. Hinzu kommt steigende Nachfrage aus der Rüstungsindustrie, die Wolfram als kritischen Rohstoff einstuft.
Die operative Wirkung zeigt sich direkt in den Zahlen. Almonty erzielte im Quartal ein Bergbau-Betriebsergebnis von 26,1 Millionen kanadischen Dollar – im Vorjahresquartal stand hier noch ein Verlust von 0,9 Millionen Dollar. Die Bruttomarge im Bergbaugeschäft kletterte auf 60,7 Prozent.
Ausblick: Hochlauf in Sangdong im Fokus
Die Mine Sangdong in Südkorea befindet sich weiter in der Inbetriebnahme- und Hochlaufphase. Ziel ist eine Kapazität von 640.000 Tonnen Erz pro Jahr in Phase I – sobald die Anlage voll ausgelastet läuft.
Charttechnisch sehen Analysten eine unmittelbare Unterstützung bei rund 14,20 Dollar. Ein möglicher Widerstand bildet sich in der Zone zwischen 16,50 und 17,00 Dollar. Für die kommende Handelswoche bleibt der Fortschritt beim Produktionshochlauf in Sangdong damit der zentrale Beobachtungspunkt.
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