Almonty Aktie: Umsatz springt 221 Prozent

Almonty Industries schließt Wandelanleihe über 700 Mio. USD ab und steht vor der Aufnahme in die Russell-Indizes, was institutionelle Käufe auslösen könnte.

Auf einen Blick:
  • Neuer CFO und Vorstand bestätigt
  • Wandelanleihe erlöst 772,7 Mio. USD netto
  • Umsatzplus von 221 Prozent im Quartal
  • Russell-Aufnahme ab 29. Juni erwartet

Eine Woche, die es in sich hatte. Almonty Industries schloss den Freitag bei 24,75 CAD — ein Tagesplus von gut vier Prozent. Dahinter steckt mehr als eine Kursbewegung: neue Führung, frisches Kapital in Milliardenhöhe und ein Indexereignis, das in zwei Wochen institutionelle Käufer auf den Plan rufen könnte.

Neuer CFO, erneuerte Governance

Auf der Hauptversammlung am 9. Juni stimmten die Aktionäre mit über 99 Prozent für alle sieben Vorstandsnominierungen — darunter CEO Lewis Black und zwei pensionierte US-Generäle mit Verteidigungs- und Politikerfahrung. Die Botschaft: Almonty positioniert sich bewusst als Unternehmen mit Anker in den US-Kapitalmärkten.

Zeitgleich trat Jorge Beristain als neuer Finanzchef an, rückwirkend zum 1. Juni. Beristain kommt von Ryerson Holding Corp, einem Metalldienstleister mit fünf Milliarden Dollar Umsatz, wo er als Vice President Finance tätig war. Davor leitete er die Metall- und Bergbau-Aktienanalyse für Amerika bei Deutsche Bank Securities. Ein Profil, das zur Wachstumsphase passt, in die Almonty gerade eintritt.

Milliarden-Finanzierung abgeschlossen

Der größte Einzelvorgang der Woche war die Wandelanleihe. Almonty platzierte 700 Millionen US-Dollar in 2,25-prozentigen Convertible Senior Notes mit Fälligkeit 2031 — und die Nachfrage war so stark, dass die Konsortialbanken die Greenshoe-Option über weitere 100 Millionen Dollar vollständig zogen. Nettoemissionserlös: rund 772,7 Millionen US-Dollar.

Einen Teil der Mittel will das Unternehmen für sogenannte Capped-Call-Transaktionen nutzen, die Verwässerungseffekte begrenzen sollen. Der Rest fließt in die Refinanzierung bestehender Verbindlichkeiten sowie in Betriebskapital.

Sangdong läuft — und die Zahlen zeigen es

Das operative Fundament stimmt. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 221 Prozent auf 25,4 Millionen Dollar. Der operative Cashflow drehte von minus 4,4 Millionen Dollar im Vorjahr auf plus 9,7 Millionen Dollar. Der Nettoverlust schrumpfte auf 5,3 Millionen Dollar — nach 34,6 Millionen Dollar im Vorjahresquartal.

Treiber ist die Sangdong-Mine in Südkorea. Phase 1 verarbeitet derzeit rund 640.000 Tonnen Erz pro Jahr und produziert etwa 2.300 Tonnen Wolframkonzentrat. Phase 2, geplant für 2027, soll die Kapazität verdoppeln. Das Pentagon verlangt von Rüstungslieferanten ab Januar 2027 Wolfram aus nicht-chinesischen Quellen — Sangdong ist eine der wenigen westlichen Alternativen.

Der Rohstoffmarkt spielt mit. Europäische APT-Preise kletterten seit Mitte Februar von rund 1.650 bis 1.900 Dollar je MTU auf über 3.100 Dollar. Seit Einführung chinesischer Exportkontrollen Anfang 2025 hat sich der Wolframpreis mehr als verfünffacht.

Russell-Aufnahme als nächster Kurstreiber

Ab dem 29. Juni ist Almonty im Russell 1000 und Russell 3000 vertreten. ETFs und Indexfonds, die diese Benchmarks abbilden, müssen die Aktie kaufen. Marktbeobachter rechnen mit Nachfrage im zweistelligen Millionenbereich.

Technisch gesehen liegt die Aktie rund acht Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt und etwa 26 Prozent unter dem April-Hoch von 33,35 CAD. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von über 400 Prozent. Wer die Indexumstellung als Katalysator bewertet, findet in der aktuellen Konsolidierung zumindest rechnerisch Spielraum nach oben — sofern die erwarteten institutionellen Zuflüsse tatsächlich eintreffen.

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