Chinas Exportbeschränkungen für Wolframoxid und Ammoniumparawolframat (APT) hinterlassen spürbare Lücken in den Lieferketten westlicher Industriekonzerne.
Da China rund 80 Prozent der globalen Wolframproduktion abdeckt, geraten Verarbeiter außerhalb der Volksrepublik unter Versorgungsdruck.
Chinas Importabhängigkeit verschärft Marktungleichgewicht
Gleichzeitig verändern sich die Rohstoffströme im asiatischen Raum. Angaben von Almonty zufolge legten die chinesischen Wolframerzimporte aus Myanmar in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres um rund 97 Prozent auf über 6.000 Tonnen zu. Im August stellte das Nachbarland bereits fast die Hälfte aller Einfuhren Chinas.
Eine rasche Entlastung der westlichen Märkte durch den zügigen Bau alternativer Raffinerien ist unwahrscheinlich. Bis zur Inbetriebnahme einer neuen APT-Anlage im Westen verstreichen laut ISBP mindestens zwei bis drei Jahre.
Sangdong bereitet erste Auslieferungen vor
Vor diesem Hintergrund forciert Almonty die Aktivitäten an seinen Förderstandorten. Die Konzerntochter Almonty Korea Tungsten hat in der südkoreanischen Sangdong-Mine in Yeongwol die erste Tonne verkaufsfähiges Konzentrat fertiggestellt, die nun versandbereit für den Export ist.
Der Standort startete vor rund zwei Wochen die kommerzielle Wolframproduktion, seither verlor das Papier 3,5 Prozent. Aktuell läuft der Betrieb über zwölf Stunden täglich an sieben Tagen pro Woche. Im Zuge des Hochlaufs ist eine Ausweitung der täglichen Betriebszeit zunächst auf 14 und anschließend auf 16 Stunden vorgesehen, um die Versorgung von Kunden in Südkorea und Übersee nach Stabilisierung des Prozesses aufzubauen.
Rohstoffsicherung über Halden und Partnerschaften
Flankierend greift das Unternehmen auf zusätzliche Materialströme zurück, um Lieferverpflichtungen zu bedienen. In Spanien bindet das Unternehmen Erz über die Aufbereitung alter Bestände: Über einen Abnahmevertrag mit einer Sandvik-Tochter vor rund zwei Wochen (seither gab die Aktie 1,4 Prozent nach) wurden mindestens 1.720 Tonnen enthaltenes WO3 aus dem Abraum des Projekts Los Santos fest vereinbart. Für dieses Material zahlte Sandvik 3 Millionen US-Dollar im Voraus.
Parallel dazu plant Almonty den Ankauf von Fördermengen ruandischer Kleinbergbauunternehmen. Das ostafrikanische Land kommt auf ein Gesamtfördervolumen von rund 1.200 Tonnen Wolfram pro Jahr.
An den Finanzmärkten spiegelt sich die angespannte Lage der Rohstoffversorgung in spürbaren Ausschlägen wider. Im heutigen Handel verzeichnet die Almonty-Aktie ein Minus von 1,3 Prozent auf 11,88 Euro, liegt seit Jahresanfang jedoch mit 50 Prozent im Plus.
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