Almonty Industries hat die Verarbeitung am Wolfram-Bergwerk Sangdong in Südkorea gestartet. Die Anlage nahm im Juni 2026 den Betrieb auf. Damit wechselt eines der größten Wolfram-Vorkommen außerhalb Chinas von der Entwicklungs- in die aktive Produktionsphase.
Lagerbestand im Wert von 68 Millionen Dollar
Zum Produktionsstart verfügt Almonty über einen beträchtlichen Erzvorrat. Bis Ende des ersten Quartals 2026 hatte das Unternehmen rund 120.000 Tonnen Erz mit einem Wolframtrioxid-Gehalt (WO3) von 0,24 Prozent angehäuft. Im zweiten Quartal kamen weitere 19.700 Tonnen mit einem höheren Gehalt von 0,35 Prozent hinzu.
Der Gesamtbestand liegt nun bei etwa 139.700 Tonnen Erz mit einem durchschnittlichen Gehalt von 0,25 Prozent. Der Marktwert des darin enthaltenen Wolframs beziffert das Unternehmen auf rund 68 Millionen Dollar. CEO Lewis Black bezeichnete Wolfram als „strategisch kritisches Metall“ – unverzichtbar für Industrie und Verteidigung.
China schränkt Exporte weiter ein
Der Produktionsstart in Sangdong fällt in eine Phase wachsender Spannungen am Markt für kritische Rohstoffe. China hat seine Exportkontrollen zuletzt auf 40 japanische und 10 US-amerikanische Unternehmen ausgeweitet. Das schränkt die Versorgung mit Metallen wie Wolfram und Antimon weiter ein.
Als Reaktion darauf haben sich die G7-Staaten auf Diversifizierungsziele geeinigt. Bis 2030 soll die Abhängigkeit von einzelnen Nicht-G7-Lieferanten auf unter 60 Prozent sinken. China kontrolliert derzeit rund 80 Prozent der weltweiten Wolfram-Versorgung. Damit rückt Sangdong für westliche Lieferketten in eine Schlüsselposition.
Aktie gibt trotz Meilenstein nach
Trotz des operativen Fortschritts zeigte sich die Almonty-Aktie zuletzt volatil. Anfang Juli 2026 landete das Papier auf einer Liste der 100 größten Kursverlierer, Platz 53, mit einem Minus von 3,68 Prozent nach der Meldung des Produktionsstarts. An der Tradegate-Börse notierte die Aktie zuletzt bei 14,18 Euro, ein Tagesminus von 0,56 Prozent.
Diese kurzfristige Reaktion steht im Kontrast zur langfristigen Nachfragesituation. Nach einer starken Kursrallye kam es zwar zu einer Korrektur. Der globale Preis für Ammoniumparawolframat (APT) lag jedoch Anfang des Jahres bei rund 2.995 Dollar je Metric Tonne Unit – deutlich über den Werten, die historischen Machbarkeitsstudien zugrunde lagen.
Ausblick auf den Hochlauf
Im Fokus steht jetzt der Hochlauf der Verarbeitungsanlage. Ob Almonty die gemeldeten Erzgehalte halten und einen stabilen Durchsatz erreichen kann, entscheidet über die Geschäftszahlen im zweiten Halbjahr 2026.
Der Sektor für kritische Rohstoffe erhält derweil zusätzlichen Rückenwind. Die US-Regierung hat ein bedingtes Kreditprogramm über 17,5 Milliarden Dollar für Lieferketten in der Nuklearindustrie aufgelegt, ähnliche Initiativen laufen für Antimon-Wolfram-Vorkommen in Idaho. Für nicht-chinesische Bergbauprojekte entsteht damit ein zunehmend unterstützendes regulatorisches Umfeld, während westliche Staaten ihre Unabhängigkeit bei Rohstoffen und Fachwissen sichern wollen.
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